[S] Homophobe Demo || Zugtreffpunkte zu Gegenprotesten

Infotext von queer.de:

„In Baden-Württemberg wird zum „Kampf gegen die Regenbogen-Ideologie“ geblasen: Aktivisten aus dem rechspopulistischen und christlich-fundamentalistischen Umfeld gehen gegen die Aufklärung über Homosexualität auf die Straße.

Auf einschlägigen Webseiten hat eine Initiative „Besorgte Eltern Baden-Württemberg“ zu einer Demonstration gegen den von der grün-roten Landesregierung geplanten Bildungsplan aufgerufen, der ab 2015 fächerübergreifend Schülern einen „vorurteilsfreien Umgang mit der eigenen und anderen sexuellen Identitäten“ ermöglichen soll. Die Protestaktion soll am Samstagnachmittag in der Stuttgarter Innenstadt stattfinden. In ihrer Pressemitteilung erklärten die Veranstalter: „Wir empfinden es als eine massive Zwangsindoktrination, wenn den Kindern bereits in der Grundschule ‚die verschiedenen Formen des Zusammenlebens von/mit LSBTTI-Menschen‘ nahegelegt werden“.

Die „Koalition aus Christen und anderen konservativen Kräften“, so das Hetz-Blog „Politically Incorrect“, fordert von der Landesregierung nicht nur, das Thema Homosexualität aus dem Unterricht zu verbannen, sondern sie will auch erreichen, „dass Aufklärung wieder Elternsache wird“. Diese Forderung wurde bereits Mitte Januar bei einer Protestaktion der „Besorgten Eltern NRW“ in Köln mit mehreren hundert Teilnehmern gestellt. Sie demonstrierten dabei generell dagegen, dass es auch beim Sexualkundeunterricht Schulzwang gibt. Dabei trugen die Teilnehmer, von denen viele mit kleinen Kindern erschienen sind, Transparente mit Aufschriften wie „Keine Perversion“, „Erziehung ist Elternrecht“ oder „Ich will keinen Pornounterricht“ neben dem Bild eines weinenden Kindes.

„Politically Incorrect“ wirbt für die rege Teilnahme („Jetzt gilt es!“) an dem Protest mit einem eigenen Plakat, das das Logo der homophoben Petition gegen den Bildungsplan aufgreift: Den Landeslöwen in Regenbogenfarben. Die Demo soll um 14 Uhr am Schlossplatz starten und zum Staatstheater ziehen.

192.000 Unterschriften gegen Gleichwertigkeit von Schwulen und Lesben

Unterdessen ist die Zeichnungsfrist für die homophob begründete Online-Petition „Kein Bildungsplan 2015″ am Montag zu Ende gegangen. Insgesamt haben 192.000 Menschen online oder in Unterschriftenlisten die Petition gezeichnet, davon rund 82.000 aus Baden-Württemberg, von denen allerdings viele nicht öffentlich sind. Die Aktion wurde offen von der rechtspopulistischen Partei AfD unterstützt (queer.de berichtete) wie von vielen rechten und evangelikalen Seiten. Gegenpetitionen bei Open Petition und Campact haben insgesamt bereits 220.000 Menschen unterzeichnet. Zum Unterschreiben beim letzteren Portal, das gerade Spenden für eine Anzeige in der „Stuttgarter Zeitung“ sammelt, hat auch die Bildungsgewerkschaft GEW aufgerufen.

Nach einer aktuellen Emnid-Umfrage befürworten 60 Prozent der Baden-Württemberger den LGBT-freundlichen Bildungsplan, 35 Prozent lehnen ihn ab (queer.de berichtete). In einer Landtagsdenbatte vor einer Woche heizten die Oppositionsparteien CDU und FDP die Stimmung gegen den „ideologischen Bildungsplan“ an (queer.de berichtete). FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hatte zuvor bereits erklärt, dass Homosexuelle als Menschen in nichttraditionellen Familien als „nicht gleichwertig“ angesehen werden können (queer.de berichtete).

Update: Aufruf zu Gegenprotest
Zu einem ersten Gegenprotest hat Die Linke in Baden-Württemberg per Facebook unter dem Titel „Homophobie entgegentreten“ aufgerufen. Treff ist um 14 Uhr am Schlossplatz.“
_______________________________________________________________________________________________________________________

Zugtreffpunkte zu Gegenprotesten

In Stuttgart gibt es eine angemeldete Gegenkundgebung.
Fahrt mit uns dort hin!

Die Zugtreffpunkte für Tübingen/Reutlingen sind:
Tübingen HBF | 12:45 Uhr
Reutlingen HBF | 12:50 Uhr

*[ART]*
antifatuert.blogsport.de