Hast du Interesse bei Input mitzumachen? Schreib einfach an inputkonstanz@mtmedia.org!
Mehr Infos zu unseren Veranstaltungen und Input Konstanz

Geld teilen – Solidarisches Wirtschaften im Hier und Jetzt
Mo, 10.07.2017, 19 Uhr @Treffpunkt Petershausen Georg-Elser-Platz 1, 78467 Konstan
Vortrag und anschließende Diskussion mit Suse, die seit Jahren das Geldteilen in einer gemeinsamen Ökonomie in Wien praktiziert.

Gemeinsame Ökonomien oder Finanzkooperativen sind Gruppen von Menschen, die ihr Einkommen in einen gemeinsamen Topf geben, aus dem alle gleichermaßen schöpfen können. Welche Vorteile und Herausforderungen hat das Konzept? Was braucht es, um sich in einer Gemeinsamen Ökonomie zu organisieren? Können gemeinsame Ökonomien ein politisches Mittel auf dem Weg zu einer nichthierarchischen, bedürfnissorientierten Gesellschaft sein?

Öhningen als Tropenparadies. Koloniale Phantasien am Bodensee
Do., 02.02.2017| 19:00 Uhr @ Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, 78467 Konstanz
Vortrag von: Bernhard Schär

Öhningen gehört zwar nicht zur Schweiz, wurde im neunzehnten Jahrhundert aber zu einem Sehnsuchtsort für Naturwissenschaftler, die sich von der kolonialen Erforschung der Südsee zu einem neuen Bild der Schweiz inspirieren ließen: jenem der tropischen Urschweiz.
In seinem Vortrag wird Bernhard Schär unerwartete, jedoch ebenso naheliegende Verflechtungen zwischen der Bodenseeregion und globaler Kolonialgeschichte aufzeigen. Der Fokus liegt auf der eurozentrischen Konstruktion „tropischer“ Lebensweisen und deren Einbettung in moderne, imperialistische Narrative von Fortschritt und Zivilisation.

Liebe als Glücksversprechen
Do., 26.01.2017| 19:00 Uhr @ Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, 78467 Konstanz
Workshop von: Jimmy Boyle Berlin

Die meisten Menschen versprechen sich von Liebe und Beziehung(en) nicht einfach, dass das Leben ein wenig netter ist. Nein, die meisten versprechen sich Glück und suchen sich das in einer anderen Person (oder neuerdings auch mehreren). Diese Glücksphantasien verwandeln sich über kurz oder lang in Rechtsansprüche gegen die einst ausgesuchten Personen und sorgen neben dem Arbeitsalltag für zusätzliches Ungemach. Diese Veranstaltung ist sicherlich keine Liebesberatung oder gar Paartherapie, sondern eine Analyse und Diskussion darüber, was die Privatsphäre in kapitalistischen Gesellschaften ist und was dort alles auszuhalten ist.

Linke Leute von Rechts?
Mo., 16.01.2016| 19:00 Uhr @ Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, 78467 Konstanz
Vortrag von: Benedikt Sepp

In den späten 1960er Jahren entstand in der Bundesrepublik parallel zur linken Studentenbewegung eine Strömung junger radikaler Rechter. Die „Nationalrevolutionäre“ wollten „von der Linken lernen“. In ihrem Eifer, eine wissenschaftlich unterfütterte und zeitgemäße, aber „rechte“ Revolutionstheorie zu entwickeln, waren sie auf vielen Ebenen für Außenstehende nur schwer von ihren linken Rival_innen zu unterscheiden. Angesichts ihrer Kombination aus linkem Auftreten, rechtem Gedankengut und der Berufung auf linke Autor_innen, wird Benedikt Sepp in einem Impuls die Gemeinsamkeiten und Unterschiede rechter und linker Theoriebildung vortragen und zur Diskussion stellen. Angesichts einer sich verbreitenden Querfront und einer Re-Popularisierung von Ethnopluralismus, wird in Vortrag und Diskussion ebenso nach der Aktualität dieser Debatten gefragt.

Homöopathie und braune Esoterik
Do., 24.11.2016| 19:00 Uhr @ Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, 78467 Konstanz

Beginnt man über Homöopathie zu reden, dann tun sich Gräben auf. Oft fällt dann der Begriff „Schulmedizin“. O-minöse Globuli werden mit klinisch effektiven Medika-menten gleichgesetzt, häufig sogar aufgewertet.
In dem Vortrag wird eine kurze Entstehungsgeschichte „alternativmedizinischer“ Behandlungsformen nachge-zeichnet. Hauptaugenmerk liegt auf Überschneidungen zwischen Homöopathie, esoterischer Verschwörungs-theorien und völkischem Gedankengut.
Imfgegner*innen, Mythen und Heilgeister sollen am Info-Kneipe-Abend von „Schulmediziner“ Jörg Kurz entzaubert werden. Kurz ist beruflich als Arzt und Historiker tätig.

Antisemitismus und die AfD
Do., 27.10.2016| 19:00 Uhr @ Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, 78467 Konstanz

Wolfgang Gedeon vom Kreisverband der AfD Konstanz-Singen schreibt ein Buch über den „Grünen Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“, darin zu finden: frauenfeindliche und anti-migrationsrassistische Parolen, antisemitische Stereotype und Verschwörungstheorien. Einige schreien da „Meinungsfreiheit!“, um jeder Kritik zuvorzukommen. Doch Meinungsfreiheit schützt nicht jede Aussage. Unser Referent hat sich vor einem Jahr entschieden gegen Gedeon Strafanzeige wegen Volksverhetzung zu stellen. Wie das ausging und wo man dem Antisemitismus in der AfD begegnet wird Lasse Stodollick – promoviert in Geschichte an der Uni Konstanz – berichten.

Öffentliche Stellungnahme von Input Konstanz: Unverantwortliches Handeln der Stadt, der Polizei, des Südkuriers und des Gemeinderats in Bezug auf bettelnde Menschen (10.10.2016)

In den letzten Tagen wurden die Stimmen in der Stadt Konstanz sehr laut, die gegen sogenannte „Bettler-Banden aus Osteuropa“ vorgehen wollen. In ihrer Vorverurteilung scheinen sich alle einig zu sein. Es werden schwerwiegende Unterstellungen vom Südkurier, der Stadt, der Polizei und Vertretern von Religionen verbreitet, die man mit Vorsicht betrachten sollte. Zusammengefasst wird behauptet, dass es sich um Bandenkriminalität, Diebstahl und aggressives umherziehendes Betteln, Faulheit und Lügen ohne Grund handelt. Hierbei handelt es sich um klassische antiziganistische Stereotype, die in der europäischen Gesellschaft schon seit Jahrhunderten anzutreffen sind. Nicht zu Unrecht kritisiert der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma die Produktion und Weiterverbreitung von derartigen Vorverurteilungen in Medien, bei der Polizei und bei staatlichen Behörden seit langem. In Bezug auf Migrant*innen und Flüchtlinge aus Osteuropa ist festzustellen, dass es eine weite Verbreitung von diesen Vorurteilen gibt. Der Politologe Markus End schreibt beispielsweise hierzu: „Solche medialen Trends stellen keine Besonderheit dar, im Gegenteil wiederholen sie sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen. Auch die Auswahl der Themenschwerpunkte, die zumeist als ›Probleme‹ oder ›Konflikte‹ mit ›Roma‹ verknüpft werden, ist keineswegs neu. ›Kriminalität‹, ›Betteln‹, ›Schmutz‹, ›Prostitution‹, ›Missbrauch von Sozialleistungen‹ und ›Armut‹ gehören zu klassischen antiziganistischen Topoi.“
Genau diese Stereotype sind auch bei der Argumentation und Verhaltensweisen von Vertretern der Stadt Konstanz, der Polizei und bei zwei Artikeln des Südkuriers wiederzufinden. Angeblich machen diese Bettler Dreck und Vermüllen den Innenhof des Rathauses (Südkurier). Die Stadt und die Polizei verweisen auf die mögliche Begleitkriminalität dieser Banden. Angeblich treten sie zunehmend mit ähnlichen Maschen gleichzeitig in der Stadt auf, sie klauen („Trickdiebstahl“) und sie lügen („simulieren körperliches Gebrechen“ oder „täuschen vor, Geld für Bedürftige zu sammeln“ oder „mit dem Auto liegen geblieben zu sein“). Außerdem seien sie „aufdringlich“ und es gebe zu viele Banden.
Das selten der Nachweis über eine organisierte Struktur gelingt, stellen Stadt, Polizei und Südkurier nicht ausreichend in den Vordergrund. Zudem thematisieren sie den Hintergrund der bettelnden Menschen überhaupt nicht. Dies ist sehr bedauerlich und verantwortungslos, was die Kommentarleiste auf der Südkurier Facebookseite zeigt. Dort fordern Kommentatoren und Kommentatorinnen beispielsweise, den Bettlern die Beine zu brechen, damit ihre Situation glaubhafter wird, andere wünschen sich, dass auch passives Betteln verboten wird. Sie alle wiederholen bestehende und schüren weitere Vorurteile gegen Menschen aus Osteuropa.
Die Stadt Konstanz, die Polizei und der Südkurier sollten vielmehr danach fragen, warum diese Menschen überhaupt betteln gehen müssen, die Konstanzer Öffentlichkeit über die Hintergründe des Bettelns informieren sowie sich ehrlich darum bemühen Strukturen zu schaffen, die Betteln schlussendlich überflüssig machen. Das sollte die Grundlage sein, um die Situation vollständig beurteilen zu können und Vorurteilen vorzubeugen. Leider wurden die letzten Tage lediglich gängige Stereotype unhinterfragt übernommen, weiter verbreitet und Menschen, die bereits am Rande unserer Gesellschaft leben, weiter ausgegrenzt. Es ist daher sehr wichtig, dass wir uns alle mehr mit dem Themenfeld des Antiziganismus auseinandersetzen. Eine Möglichkeit hierfür bietet der Vortrag am 5. Dezember an der Universität Konstanz von Prof. Dr. Wolfgang Benz, der Technischen Universität Berlin im Rahmen des Studiums Generale, den wir mitorganisiert haben.
(Konstanz, den 10.10.2016)

Fragen rund um den NSU-Prozess
Fr., 23.09.2016| 19:00 Uhr @ Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, 78467 Konstanz

Seit nun mehr als drei Jahren läuft das Gerichtsverfahren gegen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), dem unter anderem zehn Morde angelastet werden. Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte stehen diesbezüglich im Zentrum der medialen Öffentlichkeit. Aber beschränkt sich das Problem der hier verhandelten Verbrechen auf diese Hand voll rechtsradikale Personen? Wer oder was war der NSU? Wie konnte er so lange unbehelligt agieren? Warum dauerte es so lange bis die Morde als Nazi-Morde und Verbrechen der rechtsextremen Terrorgruppe offen gelegt wurden? Inwiefern waren V-Leute in den NSU verstrickt? Was wurde bzw. wird vertuscht? Welche Rolle spielt(e) gesellschaftlich verankerter Rassismus? Yavuz Narin, Rechtsanwalt der Nebenklage im NSU-Prozess wird in seinem Vortrag über den NSU-Prozess berichten und Einblicke in das Zwielicht rund um das Verfahren gewähren.

Öffentlicher Brief an den Gemeinderat Konstanz zu der Ausgrenzung von Roma (01.09.2016)

Wir haben uns mit einigen flüchtlingssolidarischen Initiativen aus der Stadt Konstanz zusammengeschlossen, um auf die Ausgrenzung und Abschiebungen von Roma im Landkreis Konstanz aufmerksam zu machen und den Gemeinderat Konstanz aufzufordern sich gegen die Abschiebungen einzusetzen. Unten findet ihr den öffentlichen Brief und das Anschreiben von Input an die Mitglieder des Konstanzer Gemeinderats.

Liebe Mitglieder des Gemeinderats Konstanz,
fast vor genau vier Jahren sprach sich die Stadt Konstanz „FÜR eine Kultur der Anerkennung und GEGEN Rassismus“ aus. Das FÜR und das GEGEN wurden großgeschrieben, als Ausruf, als lautes Statement – auf dem Papier. In der Erklärung heißt es, dass Konstanz sich als weltoffene, liberale Stadt versteht, die sich für Chancengleichheit aller Menschen, die in ihr leben, einsetzt. Mutig wird betont, dass dort, wo Ausgrenzungen und Bedrohungen von Minderheiten und Andersdenkenden geschehen, mit Zivilcourage für Menschlichkeit und die Wahrung der Grundrechte entgegengetreten wird.

Mit großer Enttäuschung müssen viele flüchtlingssolidarische Initiativen in Konstanz jedoch feststellen, dass immer mehr Roma (also die größte Minderheit in Europa) aus dem Landkreis abgeschoben oder dazu gedrängt werden, Deutschland zu verlassen. Am 2.12.2015 lebten noch 511 Roma hier im laufenden Asylverfahren oder geduldet. Im Juni 2016 waren es nur noch 263. Seit Monaten findet fast jede Woche eine Sammelabschiebung statt: aus Baden-Württemberg nach Albanien, Kosovo, Serbien und Mazedonien. Seit Anfang Dezember werden dem Landkreis Konstanz keine neuen Balkanflüchtlinge mehr zugeteilt, weil sie direkt aus Erstaufnahmeeinrichtungen und Sonderlagern abgeschoben werden sollen. Aus diesem Grund bitten wir Sie, den Gemeinderat Konstanz inständig, so schnell wie möglich die verbleibenden Roma im Landkreis zu unterstützen. Setzen Sie sich gegen eine Rückführung ein. Machen Sie auf die desaströse Situation für die Roma in Europa aufmerksam.

Es mag schwer sein im Jahr 2016 nicht auch in das geschichtsvergessene Horn zu blasen, das europaweit ertönt und Abschiebungen feiert als gäbe es nicht genug Platz im nördlichen Eu-ropa. Dabei fehlt es nur an einem: der Solidarität und der praktischen Umsetzung einer Hal-tung, die Sie als Gemeinderat in der Erklärung „FÜR eine Kultur der Anerkennung und GEGEN Rassismus“ so vielversprechend formuliert haben.

Bereits 2006 hat sich der Gemeinderat Konstanz klar gegen die Ausgrenzung und Abschiebungen von Roma positioniert. In einer Resolution heißt es, dass Sie sich „schützend vor die verfolgten Minderheiten der Roma […] die in unserer Stadt Zuflucht gefunden haben und nun von Abschiebung bedroht sind“ stellen. Damals wurde vom Gemeinderat das Land Baden-Württemberg aufgefordert sich für eine bundeseinheitliche humanitäre Bleiberechtsre-gelung einzusetzen. 2014 stellten Sie fest, dass „Abschiebungen im Winter […] ganz konkret Gesundheit und Leben der abgeschobenen Flüchtlinge [gefährden], da diese meist in extremer Armut am Rande der Gesellschaft leben und dabei häufig direkt in die Obdachlosigkeit abgeschoben werden.“ Dies gilt auch für zahlreiche geflüchtete Roma aus dem Landkreis Kon-stanz, wie journalistische Berichte aufzeigen.

Wir, die Unterzeichnenden, fordern den Gemeinderat dazu auf ähnliche Worte für die verbleibenden Roma im Landkreis Konstanz zu finden und eine Debatte in der Boden-seeregion und Baden-Württemberg anzustoßen. Sie haben dabei die Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern aus Konstanz. Es ist wichtig gerade jetzt ein Zeichen gegen die Einstufung von Balkanländern als „sichere Herkunftsstaaten“ zu setzen. Der Bundes Roma Verband erklärt hierzu:
„Roma sind nirgendwo sicher. In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens haben sie keine Rechte, selbst wenn diese von der Bundesrepublik und den jeweiligen Regierungen vereinbart werden. Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien sind, auch nach ihrer Einstufung im deutschen Recht als „sichere Herkunftsstaaten“, für Roma nicht sicher. Damit wird jegliche Chance auf Flüchtlingsanerkennung genommen. Die Regelung der ‘sicheren Herkunftsstaaten‘ kommt für Roma einer Abschaffung des Asylrechts gleich.“

Auch die Studierendenvertretung der Universität Konstanz, also die Vertretung von knapp 10.000 Konstanzerinnen und Konstanzern sprach und spricht sich für eine Solidarität mit allen Geflüchteten aus und kritisiert die aktuelle Asylpolitik der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich gegen Antiziganismus ein.

Viele flüchtlingssolidarische Initiativen haben im Landkreis Konstanz die letzten Jahre immer wieder auf die Situation von Roma aufmerksam gemacht. Der Arbeitskreis Roma-Solidarität im Landkreis Konstanz hat 2014 eine Petition gestartet, die sich auch an Konstanzer Oberbür-germeister Uli Burchardt gerichtet hat. 1.870 Menschen haben ihn in dieser aufgefordert „sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einzusetzen“, dass Roma-Familien aus den Unterkünften im Landkreis Konstanz nicht abgeschoben werden.

Zuletzt haben sich zahlreiche flüchtlingssolidarische Initiativen aus dem Landkreis Konstanz zusammengetan, um einen Roma-Fonds mit privaten Spenden aufzubauen, um abgeschobene und zur Rückreise gedrängte Familien zu unterstützen. Über 10.000 Euro wurden bereits ausgezahlt. Durch drei große Spenden des Konstanzer Runden Tischs für Asyl und der Konstan-zer Vereine „save me“ und „Cafe Mondial“ wurde eine zweite Auszahlungsrunde des Roma-Fonds möglich. Das Projekt will ausdrücklich nicht als Anreiz zur „freiwilligen“ Ausreise verstanden werden, sondern positioniert sich gegen die verschärfte Asylpolitik gegenüber Westbalkanflüchtlingen.

Wir finden, dass es Zeit wird, dass der Gemeinderat Konstanz wieder Stellung zu der Diskriminierung und Abschiebung von Roma bezieht. Ausgehend von seiner eigenen Erklärung gegen Rassismus, seiner Resolution von 2006 gegen die Abschiebung von Roma und seinem Einsatz für einen Winterabschiebestopp hoffen wir auch diesmal auf eine solidarische Positionierung.

Mit freundlichen Grüßen

Input Konstanz
Cafe Mondial
Studierendenparlament der Universität Konstanz
b-welcome
GemeinsamGarten
Refugee Law Clinic Konstanz
Forum Azilon- Asyl und Menschenrecht
VVN-BdA Konstanz

Für Rückfragen und mehr Informationen über das Thema Antiziganismus können Sie sich gerne an Input Konstanz wenden. Bei Interesse kommen wir gerne bei Ihnen in einer Frakti-onssitzung vorbei, um über das Thema und Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren.
Kontakt: inputkonstanz@mtmedia.org

------------------

Anschreiben von Input an die Fraktionen des Gemeinderats:

Liebe Mitglieder des Konstanzer Gemeinderats,

die Zahl der im Landkreis Konstanz lebenden geflüchteten Roma hat sich im letzten halben Jahr halbiert. Es finden regelmäßig Sammelabschiebungen statt, die Westbalkanstaaten gelten als ’sichere‘ Herkunftsländer, obgleich die Abschiebung desaströse Folgen für die Betroffenen hat. Verschiedene flüchtlingssolidarische Gruppen aus Konstanz haben aus diesem Grund einen öffentlichen Brief aufgesetzt, um euch dazu aufzufordern sich gegen die Rückführungen einzusetzen und eine Debatte in der Stadt Konstanz, der Bodenseeregion und Baden-Württemberg anzustoßen. Sie haben dabei die Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern aus Konstanz, wie zahlreiche Solidaritätsaktionen aufzeigen. Es ist wichtig gerade jetzt ein Zeichen gegen die Einstufung von Balkanländern als „sichere Herkunftsstaaten“ zu setzen, da die Diskriminierung von Roma in diesen Ländern durch die deutsche Asylpolitik verstärkt wird. Mit der Rhetorik von Überforderung angesichts der Zahl von Geflüchteten und einer fehlenden Sensibilität für die Strukturen und Ausformungen von Rassismus und Antiziganismus tragen auch die Kommunen und Gemeinden zu einer Verschärfung der Asylpolitik Deutschlands bei.

Angesichts der Tatsache, dass es bis in die 1980er Jahre weder in Städten und Gemeinden nennenswerte Initiativen gab, die sich mit der NS-Verfolgung von Sinti und Roma, bei der 500.000 Menschen umkamen, beschäftigten, ist es an der Zeit sich gerade auf lokaler Ebene intensiver mit dem Themenfeld des Antiziganismus auseinanderzusetzen und für das Thema zu sensibilisieren. Auch heute noch wird das Thema in Gemeinden und Kommunen kaum beachtet. Beispielsweise wird viel zu wenig Wert auf Bildungsarbeit gelegt, die über gesellschaftliche Diskriminierungsformen aufklären und mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber diskutieren. Hinzu kommt, dass zahlreiche wissenschaftliche Publikationen aufzeigen, dass gerade in lokalen Zeitungen antiziganistische Ressentiments geschürt und verbreitet werden.

Wir hoffen, dass der Gemeinderat Konstanz nicht einfach wegschaut, wenn Nachkommen der Opfer des Nationalsozialismus aus dem Landkreis Konstanz abgeschoben werden und sich ernsthaft mit der Abschiebung und Ausgrenzung von Roma beschäftigen wird.

Für Rückfragen und mehr Informationen über das Thema Antiziganismus können Sie sich gerne an Input Konstanz wenden. Bei Interesse kommen wir gerne bei Ihnen in einer Fraktionssitzung vorbei, um über das Thema und Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Kontakt: inputkonstanz@mtmedia.org

Mit freundlichen Grüßen
Input Konstanz

Frauenrechte und Feminismus aus türkischer und kurdischer Sicht
Do., 28.07.2016| 19:00 Uhr @ Contrast, Joseph-Belli-Weg 11, 78467 Konstanz

Wie ist es in der Türkei, sich für Frauenrechte einzusetzen? Was bedeutet Feminismus aus einer kurdischen und türkischen Perspektive und wie setzen sich die Frauen dafür ein? Frauen aus der Türkei haben es besonders schwer, jedoch gibt es viele Methoden, die eigenen Rechte zu erkämpfen. Im Vortrag werden Beispiele aufgezeigt von Reformistinnen, der Frauenbewegung in Rojava, aber auch von Selbstjustizfällen. Der Sicht der zahlreichen Migrantinnen aus Deutschland und Europa soll ebenso Raum gegeben werden.
Die Referentin Derya ist selbst Aktivistin bei der Frauengruppe Yeni Kadin („Neue Frau“), die sich politisch engagieren und sich gegen die Diskriminierung von Frauen wehren. Zudem trifft der Feminismus in der Türkei auf regionale Unterschiede hin zu Kurdistan. Welche Rolle spielt dabei die Bildung und die Religion? Derya wird darauf eingehen, wo die Errungenschaften der türkischen Feminist*Innen liegen und was derzeit besondere Probleme.

Wie ist es dann, wenn es soweit ist? – Eine filmische Arbeit zu Transsexualität mit anschließender Diskussion
Di., 03.11.2015| 19:00 Uhr @ Universität Konstanz, Raum A 703

Eine filmische Arbeit zu Transsexualität mit anschließender Diskussion mit der Filmmacherin Carola Julia Schneider und dem Protagonist Leon. „Wie ist es dann wenn es soweit ist?“ zeigt in 45 Minuten, was es heißt, transsexuell zu sein und sich Schritt für Schritt seiner Geschlechtsidentität sowohl körperlich als auch juristisch anzunähern. Carola Julia Schneider schloss mit diesem Film ihr Studium an der Universität Konstanz ab. Wenn Leon von seinem Weg in einen männlichen Körper spricht, klingt er entschlossen und ist sich dennoch bewusst, dass dieser kein einfacher sein wird. Etliche Behördengänge und Arztbesuche muss er auf sich nehmen, um seinem Ziel „ein ganzer Kerl zu sein“ (Zitat Leon) näher zu kommen. Während Leon seine Entwicklung und Ängste mit der Kamera und dem/der Zuschauer*in teilt, zeigen medizinische und psychotherapeutische Expert*innen Möglichkeiten auf, die Grenze innerhalb einer zweigeschlechtlichen Gesellschaft zu überwinden und im „anderen“ Geschlecht aufzugehen. Vielleicht geht es ja nicht um das Ankommen an sich, sondern um die Bedeutung, die dahinter steht?

Aus der Vortragsreihe: Leben im Imperativ – Was wir glauben sein zu müssen in Zusammenarbeit mit dem AStA Uni Konstanz

Einführung in die Kritik des Antiziganismus
Mo.,24.08.2015|19:00 Uhr @ RadioRaum, Beyerlestr. 1, Konstanz

Antiziganismus ist ein aktuelles und weitverbreitetes Phänomen. Seit vielen Jahrhunderten und in vielen Regionen der Welt werden Menschen als „Zigeuner*innen“ diskriminiert und verfolgt, gar ermordet. Die „Mitte-Studien“ der Universität Leipzig weisen für die BRD im Jahr 2014 teilweise über 50% Zustimmung für antiziganistische Aussagen auf. Der Vortrag soll in kritische Theorien des Antiziganismus einführen. Das heißt, dass das Bild, welches sich die Mehrheitsgesellschaft von „Zigeuner*innen“, „Roma und Sinti“ oder „Armutsflüchtlingen“, etc. macht, nicht schlicht als Vorurteile entlarvt wird, um ein mit Fakten gestütztes „richtiges Wesen“ darzustellen. Die zentrale Frage wird viel mehr sein, was dieses Bild des „Zigeuners“ und der „Zigeunerin“ repräsentiert. Wer sind die Antiziganer*innen und was hat der Antiziganismus mit Arbeit, Nation und Geschlecht zu tun? In dem Vortrag werden deshalb v.a. psychoanalytische aber auch historisch-materialistische Überlegungen zum Antiziganismus einführend vorgestellt und diskutiert.

Patrick Bredl studiert Bildungswissenschaften in Hannover und hat zuvor einige Jahre mit Soziologie und Geschichte in Konstanz verbracht.

Vortrag zum Thema Antisemitismus
Mi.,10.06.2015|18:00 Uhr @ RadioRaum, Beyerlestr. 1, Konstanz

Antisemitismus ist in Deutschland nicht nur eine Einstellung, die von Islamisten oder Neo-Nazis geteilt wird. Beispielsweise stimmten 2011 bei einer Umfrage einer Forschergruppe aus Bielefeld rund 13% der Befragten der Aussage „Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss“ zu. Ein latenter Antisemitismus lässt sich bei etwa 20% der deutschen Bevölkerung feststellen. Offen antisemitische Parolen wie „Juden ins Gas“ sind einfach als solche zu erkennen. Doch warum sind auch Sprüche wie „Kindermörder Israel“ oder „Apartheidstaat Israel“ als antisemitisch zu klassifizieren? In dem Workshop wollen wir uns fragen: Was kennzeichnet den (modernen) Antisemitismus? Ist Antisemitismus nur eine Form von Rassismus oder etwas qualitativ Anderes? Welche theoretischen Erklärungsversuche gibt es zum Antisemitismus? Und schlussendlich: Was können wir gegen Antisemitismus tun?

Vortrag zum Thema Behindertenfeindlichkeit
Mo.,11.05.2015|18:00 Uhr@ Treffpunkt Petershausen, Georg Elser Platz 1, Konstanz

Re­ak­tio­nen auf Men­schen mit „Be­hin­de­run­gen“ fal­len recht un­ter­schied­lich aus. Zum Bei­spiel: An­star­ren, Dis­tanz­lo­sig­keit oder über­trie­be­ne Hilfs­an­ge­bo­te, aber auch Aus­la­chen, blöde Sprü­che oder Ge­walt. Das Ver­hal­ten ge­gen­über Men­schen mit „Be­hin­de­rung“ ist alles, nur nicht „nor­mal“. Es scheint fast so, als hätte die Ge­sell­schaft eine „Be­hin­de­rung“ mit „Be­hin­de­rung“ um­zu­ge­hen und das nicht erst seit ges­tern. In dem Work­shop wer­den wir uns dem Thema an Hand von ei­ni­gen aus­ge­wähl­ten Bei­spie­len aus Ge­schich­te und Ge­gen­wart nä­hern und Mög­lich­kei­ten dis­ku­tie­ren, in un­se­rem All­tag aktiv zu wer­den.

Aktuelle politische Situation in der Türkei
Sa., 18.04.2015| 18:00 Uhr @ Beyerlestr.1, 78464 Konstanz (RadioRaum)

Jürgen Gottschlich ist TAZ-Redakteur in Istanbul und wird über folgende Themen berichten:

- aktuelle politische Lage in der Türkei Frauenrechte in der Türkei
- Menschenrechte in der Türkei
- wie unabhängig sind die Medien
- syrische Flüchtlinge in der Türkei
- Situation der Roma und anderer Minderheiten

Was ist Antiziganismus?
Mi., 08.04.2015| 18:00 Uhr @Beyerlestr.1, 78464 Konstanz (RadioRaum)

Jürgen Weber ist Autor und Journalist und setzt sich für die Rechte von Flüchtlingen ein. In diesem Vortrag wird er über die Begriffserklärung und Bedeutung von Antiziganismus berichten. Was bedeutet zum Beispiel das Wort Zigeuner?
Des Weiteren wird die Verfolgung der Sinti und Roma im letzten Jahrhundert erwähnt und die heutige Situation dieser Volksgruppen in Europa aufgezeigt. Welche Perspektiven haben die Romas und Sintas hier in Deutschland und was sind ihre Ängste.

Obdachlosigkeit – „Draußen zuhause“
Mi., 25.02.2015 | 18:00 Uhr @ Beyerlestr.1, 78464 Konstanz (RadioRaum)

Was bedeutet ein „Ausstieg“ aus der Gesellschaft in die Obdachlosigkeit? Dirk hat sich vor einigen Jahren bewusst entschieden nicht mehr in einer Wohnung zu leben. Er wird in seinem Vortrag darüber berichten, was für persönliche Beweggründe ihn zu diesem Schritt veranlasst haben und über seine Erfahrungen mit der Obdachlosigkeit in Konstanz sprechen.
Neben der persönlichen Ebene sollen in der Veranstaltung auch die Ursachen und Auswirkungen von Obdachlosigkeit analysiert und diskutiert werden. Laut der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. waren 2012 beispielsweise ca. 284.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung (ein Anstieg um 15% seit 2010). Weitere ca. 130.000 Menschen waren von Wohnungslosigkeit bedroht, das heißt bei ihnen stand der Verlust der Wohnung unmittelbar bevor. Demnach zählten 2012 insgesamt ca. 414.000 Menschen zu den sogenannten Wohnungsnotfällen, die akut wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht waren. Als Gründe werden beispielsweise die Zunahme der Armut und des Armutsrisiko, ein Mangel an preiswerten Wohnraum, Mietpreissteigerungen und Konstruktionsfehler bei Hartz IV genannt.

Sexismus
Was ist das? Was geht mich das an? Was kann ich dagegen tun?
Mi., 11.03.2015 | 18:00 Uhr @ Beyerlestr.1, 78464 Konstanz (RadioRaum)

„If I had a hammer, I´d smash patriarchy“

Warum sitzen eigentlich an der Kasse bei Aldi fast nur Frauen? Warum wird von Jungs meist erwartet, von Technik eine Ahnung zu haben? Und warum pfeifen Bauarbeiter immer nur den Mädchen hinterher? Sexismus begegnet uns nicht nur in Videos von Sido und Konsorten, sondern regelmäßig in unserer alltäglichen Umgebung, oft ohne dass es uns bewusst ist. In dem Workshop wollen wir uns an Hand einiger Beispiele dem Thema „Sexismus“ annähern und der Frage nachgehen, warum die Abschaffung des sogenannte „Patriarchats“ nicht nur für Mädchen und Frauen wünschenswert ist, sondern auch Jungs und Männer davon profitieren würden.

Kontakt: inputkonstanz[at]mtmedia[punkt]org