Hier könnt ihr bereits vergangene Veranstaltungen von INPUT Tübingen nachlesen



2008

Input: basic #1 >Rassismus
17. Januar | 19h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

… immer auf “die Anderen” – Workshop zu Rassismus im Alltag.
In dem Kurzworkshop wollen wir klären, wie Vorurteile entstehen und rassistisches Denken mal genauer unter die Lupe nehmen.
Wie kommt es, dass sich Menschen auf ein “Wir” beziehen und andere Menschen, die anscheinend nicht zu diesem “Wir” gehören, ausschließen? Was wird den “Anderen” unterstellt?
Mit welche Vorurteilen werden sie konfrontiert? Was sind die Auswirkungen dieser Vorurteile? Warum und auf welche Art und Weise werden Meschen, die nicht als “vollständige Deutsche” wahrgenommen werden, ausgegrenzt und als Minderheit an den Rand der Gesellschaft gedrängt? Was steckt hinter dem Begriff des Rassismus und wie zeigt er sich im deutschen Alltag?
Diesen Fragen wollen wir u.a. nachgehen und zusammen darüber nachdenken, wie man rassistischem Denken und Verhalten entgegentreten und weit verbreitete Vorurteile entkräften könnte.

Input: basic #2 >Sexismus
14. Februar | 19h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„If I had a hammer, I´d smash patriarchy“ – Workshop zum Thema Sexismus
Warum sitzen eigentlich an der Kasse bei Aldi fast nur Frauen? Warum wird von Jungs meist erwartet, von Technik eine Ahnung zu haben? Und warum pfeifen Bauarbeiter immer nur den Mädchen hinterher? Sexismus begegnet uns nicht nur in Videos von Sido und Konsorten, sondern regelmäßig in unserer alltäglichen Umgebung, oft ohne dass es uns bewusst ist. In dem Workshop wollen wir uns an Hand einiger Beispiele dem Thema „Sexismus“ annähern und der Frage nachgehen, warum die Abschaffung des sogenannte „Patriarchats“ nicht nur für Mädchen und Frauen wünschenswert ist, sondern auch Jungs und Männer davon profitieren würden.

Input: basic #3 >Antisemitismus
13. März | 19h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Ich hab nichts gegen Juden, aber…“ – Workshop zum Thema Antisemitismus.
Antisemitismus äußert sich heute nicht immer in Aussagen und Taten, die eine offene Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden erkennen lassen, sondern häufig in versteckteren Formen, die allerdings keineswegs harmloser sind. Der Workshop bietet einen Überblick über moderne und historische Formen des Antisemitismus, über aktuelle Beispiele und Möglichkeiten, selbst gegen Antisemitismus aktiv zu werden.
Die heutige Veranstaltung findet in Kooperation mit der Jugendredaktion des freien Radios Wüste Welle und der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt.

Input: music #4 >rechte codes und styles
08. Mai | 19h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

Rechte Styles und Codes: „Brauner Maskenball“ – ein Workshop zu rechter Symbolik”

Das Erscheinungsbild der rechten Szene hat sich in den letzten Jahren
zum Teil erheblich verändert. Rechte Streetwear, subkulturelle Codes und
die Übernahme von linker Symbolik sind dabei nur einige Anzeichen eines
Stylewandels.
Im Rahmen dieses Workshops wollen wir alte und neue Trends beleuchten,
die ideologischen Hintergründe darlegen und klären, was dieses Wissen
für eine antifaschistische Praxis bedeutet.

Input auf dem Ract
24. Mai | ab 15h @ Workshop Area, Ract! festival

Die Inputgruppe ist dieses Jahr auch auf dem Ract vertreten.
Unsere Themen:

Girls kick ass! Workshop zu Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen:
Der Workshop richtet sich an Anfängerinnen, die bisher wenig oder keine Erfahrung mit Selbstverteidigungstechniken haben. Ihr könnt hier mögliche Angriffspunkte kennen lernen, Befreiungstechniken, Hebel und leichte Kickboxelemente erlernen und ein besseres Gespür für eure Grenzen erfahren. In der kurzen Zeit kann es jedoch nur um die Vermittlung von Basiswissen und das Aufzeigen von Möglichkeiten, wie ihr bei Interesse vielleicht weiter machen könnt, gehen und nicht um das Erlernen ausgefeilter Techniken. Das Programm ist variabel und ich richte mich gerne nach euren Interessen. Bequeme Kleidung wäre gut.
Samstag 31. Mai 2008 | 15:00 – 17:30 | Workshopbereich – Zelt 5

Rassismus. „…immer auf die Anderen“
In dem Kurzworkshop wollen wir klären, wie Vorurteile entstehen und rassistisches Denken mal genauer unter die Lupe nehmen.
Wie kommt es, dass sich Menschen auf ein „Wir“ beziehen und andere Menschen, die anscheinend nicht zu diesem „Wir“ gehören, ausschließen? Was wird den „Anderen“ unterstellt?
Mit welchen Vorurteilen werden sie konfrontiert? Was sind die Auswirkungen dieser Vorurteile? Warum und auf welche Art und Weise werden Menschen, die nicht als „vollständige“ Menschen wahrgenommen werden, ausgegrenzt und als Minderheit an den Rand der Gesellschaft gedrängt? Was steckt hinter dem Begriff des Rassismus und wie zeigt er sich im deutschen Alltag?
Diesen Fragen wollen wir unter anderem nachgehen und zusammen darüber nachdenken, wie man rassistischem Denken und Verhalten entgegentreten und weit verbreitete Vorurteile entkräftigen kann.
Samstag 31. Mai 2008 | 15:30 – 18:00 | Workshopbereich in Kooperation mit dem Netzwerk Courage

Macht Rechtsextremismus Schule? Über Rechtsextremismus unter SchülerInnen und Jugendlichen
Seit Jahren schneiden extrem rechte Parteien bei Probewahlen unter 16 bis 18-jährigen besser ab, als bei Erwachsenen. Immer wieder buhlt die NPD mit eigenen Schülerzeitungen und Musik-CDs auf den Pausenhöfen um Herz und Stimme der Jungwähler. Rechtsextremer Nachwuchs scheint immer jünger zu werden. Über Hintergründe referiert ein Kenner der Szene. Aber bei Informationen soll es nicht bleiben, am Ende sollen auch die Gründe für die Hinwendung nach Rechts aufgezeigt werden und diskutiert werden, was dagegen getan werden kann.
Samstag 31. Mai 2008 | 15:30 – 18:00 | Workshopbereich

INPUT: music #5: >Rechte Tendenzen im HipHop
12. Juni | 19h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

*Rap von Rechts – ein Workshop zu rechten Tendenzen im Hip-Hop*
Bushido rappt „Ihr Tunten werdet vergast“ und es tauchen Hip-Hop-Crews mit anheimelnden Namen wie „Zyklon Beatz“ auf, die für Volk und Vaterland rappen. Sind Schwulenfeindlichkeit, Antisemitismus und der extreme Sexismus nur Provo? Gibt es wirklich Nazi-Rapper? Und wie können AntifaschistInnen hier intervenieren? Ein Insider gibt Anworten und berichtet.

INPUT: music #6: >Homophobie im Reggea
10. Juli | 19h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

*Homophobie im Reggae – einmal genauer hingehört*
Ursprünglich stammt Reggae aus der Karibik von der Insel Jamaika. Als diese Musikform die Meere überquerte hatte sie aber nicht nur entspannende Rhythmen und Texte über Marihuana und Polizeigewalt im Gepäck. Auch eine extreme Schwulenfeindlichkeit findet sich oft in den Reggae-Texten. Heute ist Jamaika eines der Länder mit der höchsten Mordrate an Schwulen weltweit.
Und wie sieht es in der Dancehall hierzulande aus?
Vorab Infos könnt ihr auf der Seite des Schweizer Projekts „Stop Murder Music“ bekommen oder als .pdf downloaden.

INPUT: basic #7: >Kommunismus
Do., 11. September | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ – Workshop zu Kommunismus.
“Für den Kommunismus!” – zunächst eine Parole. Aber was ist damit eigentlich gemeint? Wer hat sie erfunden und was haben Marx, China oder gar Stalin damit zu tun (gehabt)?
Gab es schon mal Kommunismus und kann man sich den Begriff heute noch auf die Fahnen schreiben?
Der Workshop will u.a. diese Fragen diskutieren und versuchen zu beantworten, aber auch eine historische Einführung in die frühsozialistischen Ideen, Bewegungen und deren Revolutionen geben.

INPUT: basic: #8 >Nationalismus
Do., 09.10.2008, 19 h | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Etwas Besseres als die Nation…“ – Workshop zu Nationalismus.
Mit der Rekonstitution des deutschen Status in der Welt und im Zuge des Aufschwungs der EU, der eine stärkere außenpolitische Führungsrolle für
die BRD versprach, vollzog die Berliner Republik einen langsamen aber bedeutenden Wandel im Umgang mit ihrer Vergangenheit. Die vormalige Schlussstrich-Mentalität wurde in eine Position moralischer Überlegenheit gerade wegen der dunklen Vergangenheit gedreht. Deutschland habe seine Lektionen aus der Geschichte gelernt…
Hieraus lassen sich unmittelbare Folgen für ein deutsches Selbstverständnis und dessen Praktizierung nach innen und außen ableiten.
Warum Nationen im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen keine tolle Angelegenheit sind, wie beispielsweise während der Fußball-WM 2006
vermittelt wurde, soll in diesem Workshop verdeutlicht werden.

INPUT: basic: #9 >Kapitalismuskritik
Do., 13.11.2008, 19 h | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie.“ – Workshop zu Kapitalismuskritik.
Kriege, Umweltzerstörung, Armut, auf der einen, Wohlstand, schier unendliche Auswahl und bürgerliche Freiheiten auf der anderen Seite. Der Kapitalismus hat viel Facetten, kommt unideologisch daher und ist doch in allen Lebensbereichen präsent. Doch wie funktioniert er? Marx „Das Kapital“ ist die Grundlage der Kapitalsimuskritik schlechthin – Wissenschaftliche Analyse und dadurch radikale Kritik in einem. Ware, Wert, Tausch, Arbeit, Kapital, Mehrwert, Lohn – Begriffe die durchaus alltäglich sind und hinter denen sich doch soviel mehr verbirgt. Der Workshop gibt eine Einführung in die Kapitalismustheorie von Marx. Wenn die Zeit reicht, kann angesprochen werden, aus welchen Gründen heute gängige Kritik am „Raubtierkapitalismus“ (Stichwort „Heuschrecken“) nicht nur falsch ist, sondern ziemlich problematisch sein kann.

INPUT: basic: #10 >Feminismus
Do., 11.12.2008, 19 h | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Das schmutzige F-Wort oder „Was ist eigentlich Feminismus?“ – Workshop zu Feminismus.
Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Feminismus“? Was ist gemeint, wenn von „Geschlechterkonstruktion“ und „Gender“ gesprochen
wird? Sind Menschen nicht von Natur aus in zwei Geschlechter unterteilt? Oder werden Mann und Frau erst durch die Gesellschaft zu
dem gemacht, was sie zu sein scheinen? Gibt es noch so etwas wie das „Patriarchat“ oder sind wir heute alle total gleichberechtigt?
Gleichheitsfeminismus, Differenzfeminismus, Postfeminismus – hier erfahrt ihr mehr über die verschiedenen Strömungen des Feminismus,
über historische Zusammenhänge, die alte Alice und und die Alphamädchen und könnt diskutieren, wo es hingehen soll und ob bzw. warum Feminismus auch heute noch von Nöten ist.


2009

INPUT: basic: #11 >Religionskritik
Do., 15.01.2009, 19h | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

“Oh mein Gott…” – Ein Workshop zum Thema Religionskritik.
„Der alttestamentarische Gott ist einer der unangenehmsten Charaktere der Literaturgeschichte. Eifersüchtig und ungerecht, ein Rassist, Schwulenhasser und Kinderkiller, ein übler Korinthenkacker, Megalomane und ethnischer Säuberer“ (Richard Dawkin) „Wo Gottes grosse Liebe in einem Menschen brennt, da wird die Welt vom Licht erhellt, da bleibt nichts, was uns trennt.“ (christlicher Liedtext)
Der erste Input im neuen Jahr beschäftigt sich mit Religionen – hauptsächlich am Beispiel der christlichen, aber nicht ausschliesslich. Was sind zentrale Glaubensinhalte? Welche Wirkung hatten diese historisch? Wie plausibel sind sie aus heutiger Sicht? Was unterscheidet Wissenschaft vom „Wissen“ der Religionen? Welche Auswirkungen hatten und haben Religionen auf das Leben der Gläubigen? Tragen Religionen zur Humanisierung und Befreiung der Menschen bei oder sind sie effiziente Herrschaftstechniken, die mitten in Unmündigkeit, Unterdrückung und Krieg führen? Welche aktuellen Entwicklungen gibt es hier in der Region? Über diese und andere Fragen wollen wir mit Euch diskutieren.

INPUT: basic: #12 >Behindertenfeindlichkeit
Do., 12.02.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Alles, nur nicht „normal“ – Ein Workshop zum Thema Behindertenfeindlichkeit.
Reaktionen auf Menschen mit „Behinderungen“ fallen recht unterschiedlich aus. Zum Beispiel: Anstarren, Distanzlosigkeit oder übertriebene Hilfsangebote, aber auch Auslachen, blöde Sprüche oder Gewalt. Das Verhalten gegenüber Menschen mit „Behinderung“ ist alles, nur nicht „normal“. Es scheint fast so, als hätte die Gesellschaft eine „Behinderung“ mit „Behinderung“ umzugehen und das nicht erst seit gestern. In dem Workshop werden wir uns dem Thema an Hand von einigen ausgewählten Beispielen aus Geschichte und Gegenwart nähern und Möglichkeiten diskutieren, in unserem Alltag aktiv zu werden.

INPUT: basic: #13 >Antimilitarismus
Do., 12.03.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

“Staat und Krieg” – Ein Workshop zum Thema Antimilitarismus.
Workshop Militarismus
Immer mehr Bereiche dieser Gesellschaft werden militarisiert. Soldaten sind im Ausland im Kriegseinsatz, schützen im Innern Großveranstaltungen, wie das „Public Viewing“ während der WM, helfen der Polizei bei Großdemonstrationen, dem Technischen Hilfswerk bei Naturkatastrophen und den Lehrern im Politikunterricht.
Doch es regt sich zunehmend Widerstand gegen diese Militarisierung. So stören AntimilitaristInnen von „Bundeswehr-Wegtreten“ unter dem Motto „Wer die Öffentlichkeit sucht, muss sie auch ertragen“ Werbeveranstaltungen der Bundeswehr. Die Mobilisierung gegen den NATO-Gipfel 2009 in Stassburg laufen auf Hochtouren. Schüler verweigern die Teilnahem am Unterricht mit Jugendoffizieren.
In dem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage des Militärs in Gesellschaften, arbeiten die aktuelle Militarisierung der Gesellschaft in ihren verschiedenen Facetten heraus und diskutieren unterschiedliche Ansätze eines Antimilitarismus.

INPUT: basic: #14 >Kritische Theorie
Do., 09.04.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Ohne Angst verschieden sein“ – Ein Workshop zur Kritischen Theorie
Die Analysen der bestehenden Verhältnisse und die umfassende Gesellschaftskritik, die die Theoretiker (Frauen gab es im engeren Kreis höchstens in der Rolle von Ehefrauen) der so genannten „Frankfurter Schule“ formulierten, sind auch heute noch ein wichtiger Bezugspunkt für linke Diskussionen. Der Kritschen Theorie geht es nicht um die Kritik von einzelnen gesellschaftlichen Missständen, sondern um die viel grundlegendere Frage, „warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt.“ Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, beschäftigt sich die Kritische Theorie damit, wie sich die gesellschaftliche Herrschaft auf die einzelnen Gesellschaftsmitglieder auswirkt und die Einzelnen prägt.
Häufig gilt die Kritische Theorie als sperrig, schwierig und zu wenig praxisrelevant. Der Workshop bietet eine Einführung in die Kritische Theorie und zeigt warum dieses radikale Denken bis heute wichtig und etwas besonderes ist. Wir beschäftigen uns mit Grundannahmen und Begriffen, die für die Kritische Theorie wichtig sind und diskutieren, was damit aktuell anzufangen ist. Vorkenntnisse und das Zitieren-Können von Adorno sind nicht erforderlich.

INPUT: basic: #15 >Anti-Amerikansismus
Do., 14.05.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Der böse, große Bruder…“
Workshop zu Antiamerikanismus.
Von der Linken über die Mitte bis zur Rechten – in allen Gruppen und Schichten der Gesellschaft sind antiamerikanische Vorurteile verbreitet. Antiamerikanismus tritt dabei in unterschiedlichsten Formen auf: Z.B. über den Vorwurf allgemeiner Geschichts- und Kulturlosigkeit., wobei den USA die eigene „Kulturnation“ positiv gegenübergestellt wird.
Auch Verschwörungstheorien z.B. im Zusammenhang mit dem 11. September gehören zum Repertoire antiamerikanischer Vorurteile. Genauso wie einseitige Kritik an der Politik der USA oder plump-polemische Vergleiche des Ex-Präsidenten Bush mit Adolf Hitler. Wo fangen Vorurteile an, wo hört Kritik auf? Was ist Kritik und was ist Pseudo-Kritik? In diesem Input-Workshop soll geklärt werden, was Antiamerikanismus ist, wozu er dient, wie er sich äußern kann und welche Geschichte er hat.

INPUT: basic: #16 >Politische Aktionsformen
Do., 11.06.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Was tun? Was tun!“ – Workshop zu politischen Aktionsformen
Verstecktes Theater, Demos, direkte Aktionen, Rebel Clowns, Reclaim the Street-Partys, Flash Mobs, Infotische, Radical Cheerleading, Großpuppen, Blockaden, Streiks, Boykotte, Vorträge, Street Art, politische Musik, Kommunikationsguerilla, Unterschriftensammeln, Aktionstheater, Bannerdrops, Happenings, Spaßguerilla, Adbusting, Radioballett, Die-In, Sit-In, Shit-In,…
Nach vielen inhaltlichen input-Workshops soll es heute mal darum gehen, welche Methoden und Mittel es gibt, politische Themen, Wünsche und Forderungen in die Öffentlichkeit zu bringen. Welche Aktionsformen gibt es – und was soll und kann damit erreicht werden? Welche unterschiedlichen Taktiken und Strategien gibt es?
Aktions-Workshop
Aktins-Workshop
Aktins-Workshop

INPUT: basic: #17 >Esoterik & Mystik
Do., 09.07.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Über alles in der Welt. Esoterik und Leitkultur“ – Workshop zu Thema Esoterik.
Esoterik ist kein unpolitisches Geschäft mit Hobbyartikeln, sondern eine marktgerechte Religion, deren Grundthesen perfekt auf gesellschaftliche Bedürfnisse nach Sinnfindung in Zeiten von Krise und Sozialabbau zurechtgeschnitten sind.
In dem Workshop wird der Frage nachgegangen, wie durch esoterisches Denken rassistische, deutsch-nationale und antidemokratische gesellschaftliche Deutungsmuster transportiert werden und dadurch dem rechten Mainstream Zulauf verschafft wird. Die historischen Begründer der Esoterik kommen dabei ebenso zu Wort wie die aktuellen Vorreiter der Szene.

INPUT: basic: #18 >Antizionismus und Israelsolidarität
Do., 10.09.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Zweierlei Vorurteil: Die Freunde und die Feinde Israels“ – Vortrag zu Antizionismus und Israelsolidarität in Deutschland
Nirgendwo sonst dürfte die Journalistendichte so hoch sein, wie zwischen Tel-Aviv und Jerusalem. Berichte über Militäroperationen, Terror-Anschläge und Siedlergewalt werden weltweit aufmerksam verfolgt. Warum aber sorgt Israel für so viel Aufregung, während von Konflikten in anderen Weltregionen kaum die Rede ist? Was sind in Deutschland typische Positionen zum jüdischen Staat und seiner Politik? Was hat das mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die Tübingerin Felicia Langer zu tun? Und was ist eigentlich mit der (radikalen) Linken?

INPUT: basic: #19 >Kritik an Burschenschaften & Verbindungen
Do., 08.10.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Über Junge Burschen und Alte Herren.“ – Eine Einführung in die Verbindungskritik
In Tübingen sind die Villen der Studentenverbindungen im Stadtbild auffällig vertreten und ihre Partys gern besucht. Verbindungen werden aber häufig wegen ihrer Rechtslastigkeit kritisiert. Zu Recht? Und wie sieht es mit weiteren Kritikpunkten aus? Eine Einführung die die Kritik ALLER Studentenverbindungen bzw. des Prinzips Studentenverbindung. Dabei wird zwischen den Arten der Studentenverbindungen differenziert, ebenso aber auch auf fehlende Abgrenzungen hingewiesen.

INPUT: basic: #20 >Critical Whiteness
Do., 12.11.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

„Sind Weiße unsichtbar?“ – Ein Workshop zu Critical Whiteness
Dass in unserer Gesellschaft die Hautfarbe eine Rolle spielt ist vermutlich den meisten bewusst. Nur – wie zeigt sich dies im Konkreten? Wenn wir rassistische Verhaltens- oder Denkweisen kritisieren, gilt unsere Solidarität meist den Betroffenen. Das ist auch gut so; nur – dadurch rücken wir sie als „die Anderen“ in den Fokus. Es entsteht leicht das Bild, dass es „normale“ Weiße und „andere“ Schwarze gibt. Dadurch wird das Weiß-sein so sehr zur Norm, dass es uns selbst gar nicht mehr auffällt, sondern nur die jeweiligen Abweichungen.
Mit dem Ansatz des kritischen Weiß-seins wird nun diese Norm in Frage gestellt und Privilegien sowie weiße Dominanz hinterfragt. Weiß und Schwarz stehen hierbei nicht für Hautfarben, sondern für Positionen, die Individuen in einer Gesellschaft zugeschrieben werden. In diesem Workshop wollen wir unsere eigene gesellschaftliche Position hinterfragen und gemeinsam den Perspektivwechsel, den die Critical Whiteness Forschung bezüglich der Diskussionen um Rassismus vorschlägt, nachvollziehen.

INPUT: basic: #21 >Homo- und Transphobie
Do., 10.12.2009 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

Ein Workshop zu Homo- und Transphobie
Verabschiedung des Gleichbehandlungsgesetzes, Einweihung des Homo-Mahnmals und der §175 wurde auch schon vor über zehn Jahren gestrichen — Lesben, Schwule, Bi`s, queers und trans* haben heute doch keine Probleme mehr, oder? In unserer Input-Veranstaltung zum Thema Homo-und Transphobie wollen wir genau hinschauen und unsere Finger in Wunden legen, die längst nicht vernarbt sind. Es gibt da immerhin eine Menge offener Fragen:
Was ist Homo-/Transphobie eigentlich? Wie funktioniert das und warum? Was hat Homo-/Transphobie eigentlich mit Rassismus und Diskriminierung aufgrund von Geschlecht zu tun?
Wem nützen scheinbar fortschrittliche Gesetze und Politiker_innenreden? Können Homos/und Trans* selbst Täter_innen sein? Und warum dürfen und können wir längst noch nicht so leben wie wir wollen?


2010

INPUT: basic: #22 >Antiziganismus
Do., 14.01.2010 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

Antiziganismus, die Feindschaft gegen Sinti und Roma, ist ein weit verbreitetes Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als „Zigeuner“ diskriminiert und teilweise verfolgt. Gleichzeitig mangelt es an politischen und theoretischen Analysen. Das gilt auch für eine linke Kritik, die oft nicht über moralische Empörung hinaus geht.
Der Vortrag soll zu einer breiteren und differenzierteren Diskussion und Kritik des Antiziganismus beitragen. Neben unterschiedlichen gesellschaftstheoretischen Ansätzen werden ebenso internationale Fallstudien zu Italien, Kosovo und Rumänien vorgestellt. Auch der Bereich medialer Darstellungen und die Verwerfungen im bundesdeutschen Gedenken an den nationalsozialistischen Massenmord an den Sinti und Roma werden Thema sein.

INPUT: basic: #23 >Was ist „antideutsch“?
Do., 11.02.2010 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

Der Begriff „antideutsch“ geistert seit einiger Zeit durch die linke Diskussion. Häufig wird er von traditionellen Linken als Kampfbegriff verwendet oder wird als Gegenstück zu „antiimperialistisch“ verstanden. Ein Teil der Antifa, kleinere Theoriezirkel, aber auch Zeitungen nutz(t)en ihn als Eigenbezeichnung.
Meistens trägt der Begriff aber mehr zur Unklarheit als zur Klarheit bei und wer darunter was versteht ist oftmals sogar von Stadt zu Stadt verschieden. Dem soll im Workshop Abhilfe geleistet werden. Das Ziel ist es, sich mit der Entstehung und Entwicklung der Antideutschen zu beschäftigen, die eine Konsequenz aus der Wiedervereinigung Deutschlands 1989 und der gesellschaftlichen Situation in den Jahren danach sind.
Nach einem kurzen historischen Einführungsvortrag sollen in dem Workshop grundlegende Texte zur Geschichte und Theorie der Antideutschen vorgestellt und diskutiert werden.

INPUT: basic: #23 >Antifa & Männlichkeit
Do., 11.03.2010 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

Was ist überhaupt Männlichkeit? Was macht Antifa-Politik aus und wieso ist sie an so vielen Punkten besonders bei jungen Männern beliebt? Warum gibt es auch in der Antifa Unterdrückungsverhältnisse? Die Gesprächs- und Entscheidungsstrukturen und die Ausrichtung der Antifa-Politik gehören auf den antisexistischen Prüfstand.
Wir reden über Symbole und Idole, um Tücken der alltäglichen Antifa-Arbeit, samt Heldentum und Revierverhalten. Unterdrückungsmechanismen schaffen sich aber nicht von selbst ab, nur weil sie vielfach in Diskussionen erkannt und benannt werden. Es geht also um die Entwicklung neuer Perspektiven und um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten. Antifa ist zu wichtig, als es nur bei Kritik zu belassen. Dieser Workshop ist frei für alle Geschlechter.

21.3.: Fahrt zur Gedenkstätte Grafeneck

Etwa 40 km von Tübingen entfernt, weit abgeschieden auf der Schwäbischen Alb, liegt Schloß Grafeneck. Heute befindet sich dort eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Genau dort wurden im Jahr 1940 über 10.600 Menschen in einer Gaskammer ermordet. Die Opfer waren hauptsächlich Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Krankheiten.
Was ist damals passiert? Wer waren die Opfer? Wer waren die Täter? Wie geheim waren die Morde? Gab es Widerstand? Wurden die Täter bestraft? Wie wurde und wird mit der Erinnerung an die Verbrechen umgegangen? Bei der ca. 2 stündigen Führung wird es um diese und andere Fragen gehen. Treffpunkt ist um 14:00 am Epplehaus oder um 15:00 am Dokumentationszentrum in Grafeneck bei Münsingen. Wir fahren mit privaten PKWs dort hin.
Wer Plätze sucht oder frei hat meldet sich am besten bei: input-tuebingen@gmx.de
Homepage der Gedenkstätte mit Wegbeschreibung: Gedenkstätte Grafeneck

INPUT: basic: #24 >Kommunikationsguerilla
Do., 08.04.2010 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

Kommunikationsguerilla wirft Torten statt Steine, spielt unsichtbares Theater, verändert Werbung, jubelt und klatscht anstatt auszubuhen, verkleidet sich, tarnt sich, gibt sich als andere aus und spricht in deren Namen.
Kommunikationsguerilla möchte Menschen dazu bringen, zu überdenken, wem sie was glauben und warum. Sie möchte verwirren und infrage stellen, was als „wahr“ und „richtig“ gilt, ohne Agitation oder Propaganda zu betreiben und dem fremden „falschen“ ein eigenes „richtig“ entgegen zu stellen.
Ausgehend von Filmbeispielen werden im Workshop Formen und Aktionen der Kommunikationsguerilla gemeinsam zusammengetragen und erläutert, theoretische Hintergründe beleuchtet und Möglichkeiten für den Einsatz dieser Strategie diskutiert.
Dabei darf ausgiebig und auch mit Schadenfreude gelacht werden!

25.4. Antifaschistischer Stadtrundgang

Beim antifaschistischen Stadtrundgang besichtigen wir verschiedene Orte in Tübingen, die in der NS-Vergangenheit, in der Geschichte der „völkischen Bewegung“ aber auch für aktuelle rechte Tendenzen von Bedeutung sind bzw. waren. Dabei wird mit Hilfe historischer Zitate versucht, ein Gefühl von Authentizität zu vermitteln. Es sollen vor allem Täter-Orte mit ihrer Geschichte, aber auch Opfer-Orte und die wenigen Orte des Widerstandes vorgestellt werden.
Treffpunkt: So., 25.4., 14 Uhr am Epplehaus.
Die Führung ist kostenlos. Evtl. machen wir eine oder zwei Fahrten mit dem Nahverkehr (bitte Fahrkarte mitbringen, wer eine hat). Der Stadtrundgang dauert 2 bis 3 Stunden.

13.5.: INPUT goes BUKO: Eigentum

„Eigentum verpflichtet“ und „Eigentum ist Diebstahl“ sind zwei populäre Sprüche, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise Kritik am Privateigentum zum Ausdruck bringen wollen. In einer ersten offenen Runde sollen beide Slogans näher betrachtet werden: Was ist damit gemeint, welches Verständnis von Eigentum liegt diesen Kritiken zugrunde und welches Verständnis haben wir eigentlich selbst? In einem nächsten Schritt wollen wir uns schließlich mit den theoretischen Grundlagen von Eigentum auseinander setzen, also fragen: Was ist Eigentum? Ist Eigentum wirklich „Diebstahl“ und wenn ja, warum? Verpflichtet Eigentum wirklich und wenn ja, wozu?

ACHTUNG: Auf dem BUKO gibt es noch 3 weitere INPUT Workshops:
Fr., 14.5., 10.00-12.00h zu Burschikritik, Seminarraum 1
Fr., 14.5., 10.00-11.30h zu Sexismus, Seminarraum 2
Fr., 14.5., 14.30-16.00h zu Asyl und Flucht, Seminarraum 1
Falls ihr den Raum nicht findet, könnt ihr auch einfach am Infopoint fragen.

INPUT: basic: #25 >Antirassistische Islam(ismus)kritik? – fiel aus wg. Krankheit
Do., 10.06.2010 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

Vor allem seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 gibt es auch hierzulande heftige Diskussionen über den Islam. Diese Debatten kreisen zumeist um Fragen wie: Ist der Islam eine Religion wie andere auch, oder handelt es sich bei ihm um eine gefährliche politische Ideologie mit Allmachtsanspruch? Gehören Judenhass, Genitalverstümmelung, Frauenunterdrückung, „Ehrenmorde“ und der Kampf gegen „Ungläubige“ zum Wesen des Islam, oder sind sie „nur“ seine Auswüchse? Bilden Muslime „Parallelgesellschaften“ mit terroristischem Potenzial, oder verweigert man ihnen schlichtweg die Integration? Wird Europa tatsächlich „islamisiert“, oder ist das eine Wahnvorstellung? Und nicht zuletzt: Dient Islamkritik der Aufklärung, oder ist sie nur eine Form des Rassismus?
Diese und weitere Fragen sollen im Vortrag ausführlich geklärt werden; anschließend wird Gelegenheit zur Diskussion sein.
Antirassistische Islamkritik, geht das überhaupt?
Wie unterscheidet sich eine nicht- oder anti-rassistische Kritik am Islam von anderer (rassistischer) Kritik am Islam?
Warum muss man unbedingt den Islam kritisieren?
Reicht nicht eine allgemeine Religionskritik?
Wie unterscheidet sich eine Kritik am Islam von einer Kritik an anderen Religionen?
Wie kann man damit umgehen, dass Linke häufig Angehörige der Mehrheitsgesellschaft sind und nicht Opfer von rassistischen Diskriminierungen werden, dass aber die meisten Muslime in Deutschland aus Familien mit Migrationshintergrund stammen, meist eher niedrige Positionen in der Gesellschaft einnehmen und Opfer von rassistischer Diskriminierung werden?

INPUT: basic: #26 >Argumentieren gegen Rechts
Do., 08.07.2010 | 19 h @ Epplehaus Tübingen, Karlstr. 13

Rassistische Witze, antisemitische Sprüche, rechte Parolen – wer kennt es nicht, dass es einer/einem angesichts solcher Aussagen im ersten Moment die Sprache verschlägt – auch wenn mensch gerne etwas dagegen sagen würde.
Im Workshop wird es darum gehen, welche rhetorischen Kniffe und inhaltlichen Statements angewandt werden können, um gegen Rechts zu argumentieren.
Außerdem werden wir aufzeigen, welche Möglichkeiten es in Situationen gibt, in denen nicht mehr diskutiert werden kann – beispielsweise wenn Neonazis versuchen, Veranstaltungen zu stören.

16.9. Geschichtsrevisionismus & die „Vertriebenen“

„Was haben die Polen nur gegen diese Frau“, titelte die Bild-Zeitung im Februar 2009. Gemeint war Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) und ihr Anspruch, einen Sitz im Rat der neuen staatlichen Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zu erhalten. Der Streit um Steinbach ist aber letztlich nur die Spitze eines Eisberges, ein Symbol dafür, wie in Deutschland über das Thema Flucht & Vertreibung geredet wird, bzw. auch dafür, worüber gerade NICHT geredet wird.
In dem Workshop wollen wir einerseits die Entwicklung des geplanten Vertriebenenzentrums in Berlin noch einmal aufrollen. Zum anderen wollen wir den deutschen Vertreibungsdiskurs beschreiben und einzuordnen und erklären, was wir daran problematisch finden.
Folgende Fragen wollen wir dabei stellen und zumindest versuchen zu beantworten:
Wer ist eigentlich Erika Steinbach, warum wird so viel über diese eine Person geredet? Was ist der Bund der Vertriebenen (BdV) und was genau macht er? Was hat es eigentlich auf sich mit dem „Zentrum gegen Vertreibungen“, dem „sichtbaren Zeichen“ und der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“?
Welche Ereignisse sind überhaupt mit „Flucht und Vertreibung“ gemeint? Wie sind diese Ereignisse historisch zu bewerten und einzuordnen? Wer gilt in Deutschland als Vertriebener (und wer nicht)? Was hat das Thema mit dem deutsch-polnischen Verhältnis zu tun? Warum ist das Thema jetzt auf einmal so aktuell? Gab es früher wirklich ein „Tabu“, über Flucht und Vertreibung zu sprechen?
Vorkenntnisse braucht ihr für die Teilnahme an dem Workshop nicht. Für alle die sich trotzdem vorher schon mal etwas anschauen möchten, sind auf http://agi.blogsport.de/ einige Texte und Materialien verlinkt.

07.10.: Anarchismus

Wenn von der Anarchie die Rede ist, dann heißt das meist nichts Gutes: Im Zusammenhang mit Naturkatastrophen oder Mord und Totschlag muss dann eine starke Hand her, um wieder für Ordnung zu sorgen. Und wenn es um Anarchismus geht, dann soll das mit ex-linken Ministern zu tun haben, die in ihrer Jugend mal auf einer Demo waren. Oder was mit Spanien.
Aha. Alles klar, oder?
Nee!
Was der Anarchismus ist und war, was er in Russland und Spanien zu suchen hatte, was es mit dem Bombenbauen auf sich hat und wie sich das alles auf Arbeiter_innenbewegung und Gewerkschaften reimt, das wollen wir uns mal näher anschauen. Und heute, wo das Internet die klassenlose Gesellschaft gebracht hat, gibts ihn da noch? Und wenn ja, wo? Und wozu?
handout anarchismus

11.11.: Fußballfans zwischen Kultur, Kommerz und Diskriminierung

Die organisierten Fanszenen befinden sich in ständigem Wandel, der auch eine indirekte Reaktion auf Kommerzialisierungstendenzen ist. Mit den Ultras hat sich eine Fankultur etabliert, die sich, ihren Verein und den Kampf gegen Kommerzialiserung und Repression immer wieder in den Kurven sichtbar macht.
Wie stehen sie zu Gewalt und Diskriminierung? Wie stehen andere Fangruppen dazu und wie reagieren Vereine, DFB, DFL und Polizei auf die Fans? Und was hat das alles mit deutschem Nationalismus bei der WM zu tun?
Gerd Dembowski ist seit 15 jahren beim „Bündnis aktiver Fußballfans“ aktiv und hat die Ausstellung „Tatort Stadion“ mitgestaltet. Er wird versuchen, einen Überblick zu geben, der sich nach den Interessen der Teilnehmenden ausrichtet.
Gerd Dembowski wird außerdem am Mi., den 10.11. ab 20 Uhr in der Hausbar der Schelling seine „Riot Lesung“ mit musikalischer Begleitung halten. Der Eintritt ist frei.

1.12.: Free Tibet… from the Lamas. Dalai Lama. fall eines Gottkönigs

Der Vortrag wirft einen Blick hinter die Fassade des tibetischen „Gottkönigs“. Er zeit, dass das „alte Tibet“ unter der Herrschaft der Lamas keineswegs das vielbeschworene „Pradies auf Erden“ darstellte, vielmehr die Geschichte des Landes geprägt war von Gewalt und gnadenloser Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen.
Es werden die wesentlichen Glaubensinhalte des tibetischen Buddhismus dargestellt; der Blick richtet sich zudem auf den systematischen Mißbrauch kleiner Kinder und die frauenverachtenden tantrischen Rituale des Lamaismus. Untersucht werden auch die vielgerühmten „Weisheiten“ des Dalai Lama, die sich bei näherer Betrachtung als Mischung aus pseudophilosophischer Metaphysik und rechtslastigen Allgemeinplätzen entpuppen.
Ausführlich befasst sich der Vortrag mit den Hintergründen des Einmarsches der chinesischen Volksbefreiungsarmee im Jahre 1950 und der Geschichte Tibets seither. Insbesondere wird der Ausbruch von Gewalt im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 thematisiert.
Dr. Colin Goldner ist klinischer Psychologe, Leiter einer Beratungsstelle für Therapie- und Psychokultgeschädigte und Autor von Dalai Lama: Fall eines Gottkönigs (2. erw. Neuaufl., Aschaffenburg 2008). Näheres zum Thema: www.gottkoenig.de.
19.00 Essen // 20.00 Vortrag
Infoladen Tübingen
…bei Maischberger

9.12.: Stalinismus – Terror und Traum

Wie konnte es dazu kommen, dass der Versuch eine befreite Gesellschaft, ja den Kommunismus zu errichten, nicht nur scheiterte, sondern in einer Katastrophe mit Millionen von Toten endete, unter denen nicht zuletzt viele der Revolutionär_innen selber waren?
Neben einer Auseinandersetzung mit dem (auch antikommunistischem Kampf-) Begriff „Stalinismus“ soll die Entwicklung in der Sowjetunion nach der Oktoberrevolution bis zum Tode Josef Stalins ausführlich nach gezeichnet werden. Daneben werden auch die wirtschaftlichen Grundlagen von Stalins Sozialismus-Modell und seine Ideologie kritisch behandelt. Diskutiert werden soll auch die Frage, wie eine friedliche Welt, frei von materiellen Nöten gegen einen gewaltförmigen Kapitalismus erreicht werden könnte.


2011

13. Januar: Geschichte der Antifa *

Wer oder was ist eigentlich die Antifa? Gibt es überhaupt „die Antifa“? Häufig sieht man Aufkleber mit ihrem Logo, der wehenden roten und schwarzen Fahne im Kreis kombiniert mit ganz unterschiedlichen Statements. Sie sind gegen Nazis, soviel ist klar – aber was machen und was wollen sie noch?
In dieser Veranstaltung wollen wir uns die Geschichte der antifaschistischen – und damit später eng verbunden – autonomen Bewegung in Deutschland und teils auch im europäischen Ausland näher anschauen: Ihre Ursprünge in der Weimarer Republik, ihre Rolle während des Nationalsozialismus und ihre Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg über die wilden 80er, die Wiedervereinigung 1990, den 11. September 2001 bis heute.
Den Workshop wird die Gruppe „ELA – Emanzipatorische Lüdenscheider Antifaschist_innen“ gestalten. Neben einem grundlegendem Infoteil, der Begriffe klärt und einordnet und einem allgemeinen historischen Überblick soll es in der Diskussion vor allem um einen selbstkritischen Rückblick gehen: „Was ging schief, was können wir aus der Geschichte lernen?“, eine Bestandsaufnahme i.S.v. „Wo stehen wir heute?“ und es sollen mögliche Zukunftsaussichten diskutiert werden: „Was kann die Antifa heute noch reißen? Wo und wie macht es Sinn, sich zu engagieren?“
* Diese Veranstaltung fand am 14.1. auch in Stuttgart im Infoladen Ost statt.

10. Februar: Gibt es eine braune Internationale?

Die extreme Rechte weltweit arbeitet immer mehr grenzübergreifend zusammen. Der Vortrag stellt die Frage, ob es so etwas wie eine „braune Internationale“ gibt und wo die ideologischen Grundlagen für eine solche internationale Kooperation von Nationalisten liegen. Dazu beleuchtet er die grenzübergreifende Zusammenarbeit von extrem rechten Parteien und Organisationen wie „Blood & Honour“ und den „Hammerskins“. Neben gemeinsamen Bezugspunkten gibt es aber auch allerlei Hindernisse, die erwähnt werden. Schwerpunkte des Vortrages sind außerdem die „Außenpolitik“ von extrem rechten Parteien aus Deutschland (NPD, Pro-Bewegung), (Zweck-)Bündnisse der extrem Rechten mit Islamisten und autoritären Regimen (Iran, Irak, Lybien) und die Versuche der Verständigung der „Eurorechten“ auf EU-Ebene.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Antifa Reutlingen-Tübingen statt und dient gleichzeitig der Mobilisierung nach Dresden.

• 10. März: Back to basic I: Rassismus
In dem Kurzworkshop wollen wir klären, wie Vorurteile entstehen und rassistisches Denken mal genauer unter die Lupe nehmen. Wie kommt es, dass sich Menschen auf ein „Wir“ beziehen und andere Menschen, die anscheinend nicht zu diesem „Wir“ gehören, ausschließen?
Was wird den „Anderen“ unterstellt? Mit welchen Vorurteilen werden sie konfrontiert? Was sind die Auswirkungen dieser Vorurteile? Warum und auf welche Art und Weise werden Menschen, die nicht als „vollständige Deutsche“ wahrgenommen werden, ausgegrenzt und als Minderheit an den Rand der Gesellschaft gedrängt? Was steckt hinter dem Begriff des Rassismus und wie zeigt er sich im deutschen Alltag?
Diesen Fragen wollen wir u.a. nachgehen und zusammen darüber nachdenken, wie man rassistischem Denken und Verhalten entgegentreten und weit verbreitete Vorurteile entkräften könnte.

• 10. April: Ausflug zur Ehemaligen Synagoge Haigerloch
(Treffpunkt: 14h Epplehaus o. 15h Synagoge Haigerloch (Beginn der Führung))
Die jüdische Geschichte der Kleinstadt Haigerloch im Zollern-Alb-Kreis ist vielen Menschen nicht bekannt. Über sechs Jahrhunderte hinweg lebten viele Juden in Haigerloch und prägten in dieser Zeit auch stark das kulturelle Leben vor Ort. Bis zur Vertreibung und anschließenden Vernichtung des jüdischen Lebens in Haigerloch entwickelte sich dort ein spezifisch jüdisches Viertel mit Synagoge, Internat und Schule sowie einem jüdischem Friedhof.
Wer Lust hat, die Geschichte des jüdischen Lebens in Haigerloch, sowie die Geschichte der Vertreibung und Vernichtung dessen durch die Nationalsozialisten kennenzulernen, kann am Sonntag, 10. April 2011 mit INPUT nach Haigerloch kommen.
Wir werden bei einer Führung das ehemalige jüdische Wohnviertel Haag sowie die Synagoge besichtigen und die dortige Ausstellung über die Geschichte des jüdischen Lebens in Haigerloch besuchen. Im Anschluss daran ist die Besichtigung des jüdischen Friedhofs möglich.
Wir werden mit privaten PKWs dort hinfahren. Wer Plätze frei hat oder sucht, meldet sich bei: input-tuebingen@gmx.de, facebook oder beim Input am 10. März.

• 14. April: Back to basic II: Sexismus
Warum sitzen eigentlich an der Kasse bei Aldi fast nur Frauen? Warum wird von Jungs meist erwartet, von Technik eine Ahnung zu haben? Sexismus begegnet uns nicht nur in Spots von Mario Barth oder Videos von Bushido und Konsorten, sondern regelmäßig in unserer alltäglichen Umgebung, oft ohne dass es uns bewusst ist. In dem Workshop wollen wir uns an Hand einiger Beispiele dem Thema „Sexismus“ annähern und der Frage nachgehen, warum die Abschaffung des sogenannte „Patriarchats“ nicht nur für Mädchen und Frauen wünschenswert ist, sondern auch Jungs und Männer davon profitieren würden.

• 12. Mai: Tierrechte, Animal Liberation und Veganismus
Viele Linke setzten sich für Tierrechte ein, ernähren sich vegetarisch oder sogar vegan. Die Entscheidung dazu kann persönliche Gründe haben, sie wird aber auch häufig politisch begründet. So bedeutet für manche z.B. eine herrschaftsfreie Welt auch, dass Tiere nicht getötet werden dürfen und ihr Leben nicht in (viel zu kleinen) Käfigen verbringen müssen.
In der Tierrechtsszene tummeln sich aber auch viele merkwürdige Vereine und es werden merkwürdige Positionen vertreten (z.B. wenn die Rede ist vom „Tier-Holocaust“ oder ähnlichem). Oft sind die Übergänge zwischen den Gruppen aber fließend und vielen Tierrechtsgruppen fällt es schwer sich gegenüber reaktionären Positionen abzugrenzen. Warum ist das so? Liegt das schon am Ansatz der Tierrechte? Wo verlaufen die Grenzen zwischen linken und reaktionären Tierrechtspositionen? Ist es links, sich vegan zu ernähren?

• 09. Juni: Back to basic III: Antisemitismus
Antisemitismus äußert sich heute nicht immer in Aussagen und Taten, die eine offene Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden erkennen lassen, sondern häufig in versteckteren Formen, die allerdings keineswegs harmloser sind. Der Workshop bietet einen Überblick über moderne und historische Formen des Antisemitismus, über aktuelle Beispiele und Möglichkeiten, selbst gegen Antisemitismus aktiv zu werden.

INPUT beim New Direction Festival 1. + 2. Juli @ JuHa Herrenberg

Wer weiß, was Du letzten Sommer getan hast? (Fr., 1.7., Zeit tba)

Was verbirgt sich hinter Begriffen wie Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung, Nacktscanner oder RFID? Häufig geistern diese und weitere Begriffe durch die Medien. Was steckt dahinter? Naht der Überwachungsstaat oder schützt uns die zunehmende Überwachung tatsächlich vor Terroristen? Haben wir wirklich nichts zu befürchten, wenn der Staat immer mehr über uns weiß? Wissen nicht facebook und google längst alles über uns? Und woher eigentlich?
Nach einer allgemeinen Einführung in die Überwachungsproblematik werden die Überwachungstechniken von Staat und privaten Akteuren vorgestellt. Dabei werden auch die Wirkungen der Überwachung thematisiert.
Mit Moritz Tremmel

Gender Konstruktionen im Kapitalismus (Fr., 1.7., Zeit tba)

In der Diskussion um die Rollen der Geschlechter wird häufig von einer natürlichen Trennung von Mann und Frau gesprochen, die so bereits in allen Epochen der Gesellschaft Bestand hatte. Zwar habe es in der Entwicklung der Menschheit viele Veränderungen in Gesellschaft und Individuum gegeben, aber die Unterschiede bei den Rollen der Geschlechter seien höchstens marginal, wenn sie überhaupt angenommen werden. So werden eben auch Beschreibungen der Vergangenheit – nicht nur in populärwissenschaftlichen Darstellungen – an die gängigen Geschlechterbilder angepasst und so beispielsweise die Trennung von männlicher Feld- und weiblicher Heimarbeit nicht nur auf das Mittelalter übertragen, sondern sogar auf die Steinzeit. Ein Blick auf historische Quellen zeigt aber, dass es diese vertraute und scheinbar naturwüchsige Trennung so nicht gab und sehr wohl deutliche Unterschiede belegbar sind.
Um aufzuzeigen, worin diese Unterschiede bestehen, müssen zwei Dinge herausgestellt werden, auf diese Weise kann analysiert werden, wie die Geschlechter und ihre Abbilder im Kapitalismus konstruiert werden. Zum einen ist eine Darstellung der historischen Entwicklung und Veränderung der Geschlechterrollen notwendig, denn nur so kann aufgezeigt werden, welche anderen Rollenbilder möglich waren. Auf der anderen Seite muss auch erklärt werden, warum eine kapitalistische Gesellschaft gerade diese Geschlechterkonstruktionen benötigt, wie diese entstanden sind und warum diese auch bis heute noch reproduziert werden.
Mit Jos Schäfer-Rolffs

Antifa & Männlichkeit (Sa., 2.7., Zeit tba)

Was ist überhaupt Männlichkeit? Was macht Antifa-Politik aus und wieso ist sie an so vielen Punkten besonders bei jungen Männern beliebt? Warum gibt es auch in der Antifa Unterdrückungsverhältnisse? Die Gesprächs- und Entscheidungsstrukturen und die Ausrichtung der Antifa-Politik gehören auf den antisexistischen Prüfstand.
Wir reden über Symbole und Idole, um Tücken der alltäglichen Antifa-Arbeit, samt Heldentum und Revierverhalten. Unterdrückungsmechanismen schaffen sich aber nicht von selbst ab, nur weil sie vielfach in Diskussionen erkannt und benannt werden. Es geht also um die Entwicklung neuer Perspektiven und um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten. Antifa ist zu wichtig, als es nur bei Kritik zu belassen. Dieser Workshop ist frei für alle Geschlechter.

Tierrechte & Veganismus (Sa., 2.7., Zeit tba)

Viele Linke setzten sich für Tierrechte ein, ernähren sich vegetarisch oder sogar vegan. Die Entscheidung dazu kann persönliche Gründe haben, sie wird aber auch häufig politisch begründet. So bedeutet für manche z.B. eine herrschaftsfreie Welt auch, dass Tiere nicht getötet werden oder ihr Leben in viel zu kleinen Käfigen damit verbringen müssen, Nahrungsmittel für Menschen zu produzieren.
In der Tierrechtsszene tummeln sich aber auch viele merkwürdige Vereine und es werden merkwürdige Positionen vertreten (wie bspw. „Tier-Holocaust“ oder ähnliches). Oft sind aber die Übergänge zwischen den Gruppen fließend und vielen Tierrechtsgruppen fällt es schwer sich gegenüber reaktionären Positionen abzugrenzen. Warum ist das so? Liegt das schon am Ansatz der Tierrechte? Wo verlaufen die Grenzen zwischen linken und reaktionären Tierrechtspositionen? Ist es links sich vegan zu ernähren?

• 06. Juli: Rassismus und Heteronormativität @ Wohnprojekt Schellingstrasse

In letzter Zeit haben sich ungewohnte Koalitionen ergeben: Feminist_innen und schwul-lesbische Aktivist_innen verbünden sich mit Konservativen, von denen sie sich sonst klar abgrenzen, mit dem gemeinsamen Feindbild ‚Muslim_innen‘. Denen, die als ‚Muslim_innen‘ kategorisiert werden, wird kollektiv unterstellt, dass sie Frauenrechte missachten und homophob sind. Dies wiederum wird als Rechtfertigung genutzt, um ‚Muslim_innen‘ zu kontrollieren, disziplinieren und aus der ‚deutschen‘ Gesellschaft zu verweisen. Im Vortrag wird diskutiert, wie hierbei (antimuslimischer) Rassismus und Heteronormativität (die normative Regelung von Geschlecht und Sexualität) miteinander verbunden sind, wie sie sich gegenseitig bedingen und gegeneinander ausgespielt werden.
Urmila Goel ist Kultur- und Sozialanthropologin. Sie forscht, lehrt und bietet Trainings an zu Fragen von Rassismus, Heteronormativität und den Verflechtungen von beiden. Info: urmila.de. In Kooperation mit Infoladen und Libertären Que(e)rulant*innen.

• 07. Juli: Subkulturelle Farbenlehre: Die Grauzone. Rechte Lebenswelten zwischen Punk, Oi!, Hip-Hop und Böhsen Onkelz.

Immerhin: »Gegen Nazis« sind viele, die sich in Subkulturen oder in der Populärkultur bewegen – Frei.wild-Fans auf der Fußball-Fanmeile oder auch Oi!-AnhängerInnen, die Politik sowieso ablehnen. Doch jenseits der White-Power-Rock-musik etablieren sich rechte Lebenswelten, für die die Kategorie »Nazis« genauso wenig zutrifft wie das Label »unpolitisch«. Sie sind irgendwo dazwischen, in der Grauzone. Diese Grauzone reicht weit hinein in »alternative« Szenen und bedeutet einen zunehmenden Raumverlust für linke, emanzipatorische Ideen.
Die Veranstaltung wird den folgenden Fragen nachgehen: Wo beginnt die Grauzone, wo hört sie auf? Wieso erlebt sie heute Dynamik? Und was sind eigentliche »rechte Lebenswelten«? Entsprechende Strömungen im Punk, O1!, Hardcore, Metal und Hip-Hop sind ebenso Thema wie die Popkultur von Böhse Onkelz und Frei.wild. Zum Einen wird anhand von Beispielen aufgezeigt, wie eng KünsterInnen aus der Grauzone mit extrem rechten Milieus verwoben sind. Zum Anderen gibt es unappetitliche Einblicke in reaktionäre Männerwelten, spießbürgerliche Sehnsüchte und konservative Wertvorstellungen, die in Bildzeitungs-Leserbriefen und an Stammtischen wahrlich besser aufgehoben wären als in links codierten Szenen…
Checkt zum Thema auch: AIB – Antifa Info Blatt #91

• 14. Juli: back to basic IV: Nationalismus
„Etwas Besseres als die Nation…“ – Workshop zu Nationalismus.

Mit der Rekonstitution des deutschen Status in der Welt und im Zuge des Aufschwungs der EU, der eine stärkere außenpolitische Führungsrolle für
die BRD versprach, vollzog die Berliner Republik einen langsamen aber bedeutenden Wandel im Umgang mit ihrer Vergangenheit. Die vormalige Schlussstrich-Mentalität wurde in eine Position moralischer Überlegenheit gerade wegen der dunklen Vergangenheit gedreht. Deutschland habe seine Lektionen aus der Geschichte gelernt…
Hieraus lassen sich unmittelbare Folgen für ein deutsches Selbstverständnis und dessen Praktizierung nach innen und außen ableiten.
Warum Nationen im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen keine tolle Angelegenheit sind, wie beispielsweise während der Fußball-WM 2006 vermittelt wurde, soll in diesem Workshop verdeutlicht werden.

• Do., 13. Oktober: Flüchtlingspolitik im 21. Jahrhundert

Der Referent stellt die beiden Seiten der Medaille der aktuellen Asyl- und Flüchtlingspolitik vor: Die europäische Seite und die deutsche bzw. schwäbische Seite. An beiden Seiten ist der Goldlack durch schwere Kratzer und Löcher verunstaltet. Auf der europäischen Seite glänzt noch
das Gold der Genfer Flüchtlingskonvention, deren 60-jähriges Bestehen in diesem Jahr gefeiert wird. Bis nahezu zur Unkenntlichkeit zerkratzt
wurde diese Stelle von den FRONTEX-Schiffen und vor allem von Berlusconi und Kollegen, die die Flüchtlinge an den EU-Grenzen nur noch als
„illegale Migranten“ sehen und wahlweise den Schergen von Gaddafi, dem Meer oder den anderen überlassen wollen, aber selbst keine Veranwortung für die mitverschuldeten Fluchtursachen tragen wollen. Die deutsche/schwäbische Seite zeigt sich in der Gleichgültigkeit und Nichtzuständigkeit gegenüber dem Geschehen an den EU-Grenzen, dem großen Geschrei, wenn ein paar Flüchtlinge mehr ins Land kommen als im Monat des Vorjahres und im nach wie vor rigiden Asylverfahren und den diskriminierenden Lebensbedingungen für diejenigen, die trotz aller
Hürden die „Festung Europa“ erreicht haben und bei uns Asyl beantragt haben.
Wie müßte eine fortschrittliche Politik aussehen, die Verantwortung für die Fluchtursachen und die Flüchtlinge (an Europas Grenzen) übernimmt? Und wo zeigen sich, trotz aller Schattenseiten, positive Veränderungen beim Umgang mit Flüchtlingen? Und was kann man vor Ort tun? Auch um solche Fragen soll es gehen.
Mit Andreas Linder vom FLÜCHTLINGSRAT BADEN-WÜRTTEMBERG e.V. | http://www.fluechtlingsrat-bw.de

• Do., 20. Oktober: Reaktionäre Rebell_innen. „National Socialist Hardcore“ – Strukturen, Akteur_innen, Inhalte

Während Initiativen wie „Good night white pride“ / „Let’s fight white pride“ noch zum Ziel hatten, die Anwesenheit von Neonazis auf Hardcorekonzerten zu thematisieren und zu verhindern, stellt sich das Problem heute auch anders. Mittlerweile gibt es eine eigene Szene mit rechtsextremen Hardcorebands, Labels, Zines und internationaler Vernetzung. Grund genug, sich das ganze genauer anzuschauen. Wer sind die Protagonist_innen? Wie ist die Szene entstanden? Ist die Rede von einer „Unterwanderung der Hardcoreszene“ überhaupt zutreffend? Oder gibt es gar Anknüpfungspunkte, von denen aus Faschisten Brücken in ihre Szene schlagen können? Wie kann überhaupt eine Szene entstehen, die das Gerüst von Hardcore mit rassistischen, antisemitischen und rechten Inhalten füllt? Und nicht zuletzt: Was wären mögliche Gegenstrategien?
Neben einer aktuellen Beschreibung des NSHC- Szene schauen sollen auch Beispiele verschiedener reaktionärer und rechter Tendenzen in der Punk- und Hardcoreszene beleuchtet werden und diese stellen sie den Zusammenhang der Entstehung einer explizit rechten Hardcoreszene gestellt werden. Denn ein Verständnis dieser Entwicklung ist nicht ohne Selbstreflexion und gegebenenfalls Selbstkritik der „eigenen Szene“ zu haben.
Das Recherchekollektiv „Balance the books“ hat Anfang 2009 einen Reader zum Thema „National Socialist Hardcore“ herausgegeben. Mittlerweile ist daraus die Plattform „National Socialist Hardcore“ ausschalten! entstanden, deren Ziel es ist, Informationen über diese Szene zu sammeln und die Diskussion um Gegenstrategien anzustoßen.
Infos hier: http://ausschalten.wordpress.com/

• Do., 03. November: „Braun statt Schwarz?“ – Rechte Tendenzen in der Dark Wave-Szene

Wie viel Braun steckt in der Schwarzen Szene? Individualität, Selbstverwirklichung und Toleranz sind Ideen, die die meisten Szeneanhänger für sich in Anspruch nehmen – das klingt nach einem irgendwie „linken Lebensgefühl“. Rechtes Gedankengut würde man hier nicht vermuten, und tatsächlich spielen organisierte Nazis und faschistische Parteien praktisch keine Rolle in der Szene. Reaktionäre und menschenverachtende Tendenzen nehmen eine szenespezifische Gestalt an, die nicht immer leicht zu entschlüsseln ist.
Ein Portrait der Schwarzen Szene soll deren Entwicklung von den alternativen, unkommerziellen Anfängen bis zum gegenwärtigen Eingang in den Mainstream und die Ausdifferenzierung in Sub-Szenen zeigen. Diskutiert werden auch die – durchaus widersprüchlichen – Einstellungen, Weltbilder und ästhetischen Präferenzen, die Teile der Szene anfällig machen für antiemanzipatorische Überzeugungen: eine modernitätskritische Innerlichkeit, das bewusst im Unklaren gehaltene Spiel mit völkischer und nationalistischer Symbolik sowie die Ästhetisierung von kriegerischer Gewalt.
(Im Rahmen von „Szene putzen“, check: Der Rechte Rand 133)

• Do., 10. November: Konsumkritik und Konsumkritik-Kritik

Wenn man sich in der links-alternativen Szene bewegt, dann soll man vieles tun und lassen. Man soll kein Coca Cola trinken, keine Markenklamotten tragen, seinen Kram möglichst im Eine-Welt-Laden kaufen, allgemein wenig konsumieren und vieles mehr. Dem gegenüber stehen Jene, die behaupten es gäbe sowieso kein richtiges Leben im falschen Ganzen und man könne getrost kaufen und konsumieren. Wer hat nun Recht? Was für Weltbilder stehen hinter den beiden Sichtweißen? Und wie kommt man jetzt wirklich an das schöne Leben? Gibt es dieses „Glücklichsein statt Konsumwahn“?
Das alles und noch viel mehr wird in dem Workshop zu diskutieren sein.
Mit Oliver von der „ART – Antifa Reutlingen Tübingen“
Tip dazu: http://strassenauszucker.blogsport.de/

• Do., 17. November: Homophobe Inhalte in der Reggea/Dancehall Musik

Seit einigen Jahren werden die zahlreichen, jährlich in Deutschland stattfindenden Reggae-Festivals von Protesten von Schwulen-, Lesben und Transsexuellen-Organisationen begleitet. Die einst unter dem Motto „One Love“ verklärte Musik aus Jamaika, welche von vielen Hörer_innen mit Bildern von Sandstränden und Cannabis rauchenden Rastas verbunden wurde, ist seither durch ihre zum Teil homophoben Inhalte ins Interesse von Politiker_innen, Menschenrechtsorganisationen und Medien geraten. Häufig stehen sich Befürworter_innen und Gegner_innen der Musik mit ähnlichen Argumentationsweisen gegenüber. Viele Reggae-Fans halten die anti-homosexuellen Inhalte für einen Teil der jamaikanischen Kultur und damit für unveränderlich und gerechtfertigt. Schwule-, Lesben und Transsexuellen-Verbände stigmatisieren hingegen Jamaika als „den homophobsten Ort der Welt“ und rufen, ohne sich mit der öffentlichen Debatte auf der Insel zu beschäftigen, zur Rettung der scheinbar wehrlosen jamaikanischen Trans- und Homosexuellen auf.
Der Vortrag soll aufzeigen, woher die homophoben Inhalte in der jamaikanischen Populärmusik kommen und was Kolonialismus und Sklaverei damit zu tun haben. Außerdem soll ein Blick auf die deutsche Reggae-, Dancehall- und Soundsystem-Szene und den Umgang mit der Homophobie-Debatte hierzulande geworfen werden.
(Im Rahmen von „Szene putzen“)

• Do., 01. Dezember: Mehr als nur Musik: Black & Pagan Metal
Beispielhafte Ein- und Durchblicke direkt aus der Szene.

Ist das nicht alles nur ein- und derselbe Krach?Außenstehenden fällt es nicht nur schwer, die vielfältig ausdifferenzierten Metal-Stile und die dazugehörigen Subszenen voneinander zu unterscheiden, sondern es ist für die meisten nahezu unmöglich zu erkennen, was genau hinter den Verbindungen vonwilder Musik, finsterer Inszenierung und fragwürdiger Symbolik steckt. Rund zwanzig Jahre nach dem Aufstieg des nordischen Black Metal haben dessen Protagonisten längst unterschiedliche Wege eingeschlagen: während einige Bands im Frühstücksfernsehen ihre künstlerische Anbindung an das Wikinger-Zeitalter diskutieren, nimmt einer der einflussreichsten Ideologen der Black-Metal-Szene den von Anders Breivik verübten Massenmord zum Anlass, seine antijüdische Ideologie vor allem im Internet zu verbreiten. In der deutschen Medien-Öffentlichkeit wird Pagan Metal vor allem als eine neue Form von Germanentümelei wahrgenommen, die entweder erschreckt oder gar lächerlich wirkt. Doch was treibt junge Menschen dazu an, eine immense Energie in Black- und Pagan Metal zu investieren? Welche Wahrnehmungen der sie umgebenden Gesellschaft veranlassen sie zum Eintauchen in die nordische Mythologie oder die Ideenwelten Friedrich Nietzsches? Und warum üben ausgerechnet Black und Pagan Metal solch eine offenbar hohe Faszinationskraft aus?
Thor Wanzek* gibt einige Antworten aus Sicht der Szenegänger selbst. Der Reha-Pädagoge kennt und begleitet die Szenen als langjähriger Fanzine-Herausgeber und freier Journalist, beobachtet ihre Entwicklungen einerseits von innen heraus u.a. als Talentscout für ein Black Metal Label, andererseits mit kritischem Abstand als Mitarbeiter von Jugendszenen.com und dem Archiv der Jugendkulturen.
(*Da der Referent als Übersetzer des Buches „Lords Of Chaos“ und als freier Mitarbeiter des Labels „Prophecy“ z.T. mit Bands und Autoren zusammen arbeitete, die sich für uns ganz klar jenseits der „Grauzone“ befinden bzw. bekennende Rassisten, Antisemiten, Sozialdarwinisten etc. sind, wollen wir hiermit unsere kritische Distanz zu dieser Praxis des Referenten zum Ausdruck bringen. Im Bereich Black Metal ist er sicherlich als kritischer Experte anzusehen und bestimmt kein Sympathisant rassistischer etc. Ideen.)
(Im Rahmen von „Szene putzen“)

• Do., 08. Dezember: Was ist Faschismus?

Im 19. Jahrhundert setzte sich der Kapitalismus mit all seiner Brutalität endgültig durch. Doch die bürgerliche Klassengesellschaft schien gleichzeitig nur die notwendige Vorstufe für die von materiellen Nöten befreite Gesellschaft zu sein. Was sich nach der „Urkatastrophe“ des ersten Weltkriegs in vielen Staaten jedoch etablierte war der Umschlag in die faschistische Barbarei.
Doch was ist eigentlich „Faschismus“? In der Veranstaltung sollen zunächst einige klassische und linke Faschismustheorien vorgestellt werden. Dabei werden vor allem die Unterschiede zwischen Ländern wie z.B. Italien oder Spanien und dem durch Vernichtungskrieg und Holocaust gekennzeichneten deutschen Nationalsozialismus untersucht. Anschließend werden bürgerliche Faschismustheorien, insbesondere die sogenannte
Totalitarismustheorie kritisch betrachtet.
Abschließend soll diskutiert werden, ob der Begriff „Faschismus“ auf die neuen rechtspopulistischen Bewegungen in Europa, aber auch auf den
politischen Islamismus zutrifft.

2012

• Do., 12. Januar: Kritik des Sozialchauvinismus
Input zum Begriff des Sozialchauvinismus und seiner aktuellen Bedeutung.

Während der deutsche Außenminister 2009 von der spätrömischen Dekadenz der Arbeitslosen redet und Hartz IV Empfänger_innen vorgeworfen wird, sie würden die ehrlich arbeitende Gesellschaft ausnutzen, unterstellt man den Griechen sie könnten nicht sparen und wären an der aktuellen Krisensituation selbst schuld.
Dass dies nicht nur verbale Pöbeleien sind, sondern damit eine ganz konkrete Politik einhergeht und was das alles mit dem Begriff des Sozialchauvinismus zu tun hat, soll gemeinsam diskutiert werden. Der Sozialchauvinismus soll nicht nur als ausgrenzender Mechanismus, sondern auch in seiner disziplinierenden Wirkung betrachtet werden. Mit dem Begriff soll die umfassende Verschärfung unsolidarischer Politik, Ideologien und Alltagspraxen auf den Punkt gebracht und bekämpft werden.
Mit jemand von TOP Berlin.

• Do., 09. Februar: „Ohne Angst verschieden sein“ – Ein Workshop zur Kritischen Theorie.

Die Analysen der bestehenden Verhältnisse und die umfassende Gesellschaftskritik, die die Theoretiker (Frauen gab es im engeren Kreis höchstens in der Rolle von Ehefrauen) der so genannten „Frankfurter Schule“ formulierten, sind auch heute noch ein wichtiger Bezugspunkt für linke Diskussionen. Der Kritschen Theorie geht es nicht um die Kritik von einzelnen gesellschaftlichen Missständen, sondern um die viel grundlegendere Frage, „warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt.“ Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, beschäftigt sich die Kritische Theorie damit, wie sich die gesellschaftliche Herrschaft auf die einzelnen Gesellschaftsmitglieder auswirkt und die Einzelnen prägt.
Häufig gilt die Kritische Theorie als sperrig, schwierig und zu wenig praxisrelevant. Der Workshop bietet eine Einführung in die Kritische Theorie und zeigt warum dieses radikale Denken bis heute wichtig und etwas besonderes ist. Wir beschäftigen uns mit Grundannahmen und Begriffen, die für die Kritische Theorie wichtig sind und diskutieren, was damit aktuell anzufangen ist. Vorkenntnisse und das Zitieren-Können von Adorno sind nicht erforderlich.

• Do., 08. März: Kommunikationsguerilla

Kommunikationsguerilla wirft Torten statt Steine, spielt unsichtbares Theater, verändert Werbung, jubelt und klatscht anstatt auszubuhen, verkleidet sich, tarnt sich, gibt sich als andere aus und spricht
in deren Namen.
Kommunikationsguerilla möchte Menschen dazu bringen, zu überdenken, wem sie was glauben und warum. Sie möchte verwirren und infrage stellen, was als „wahr“ und „richtig“ gilt, ohne Agitation oder Propaganda zu betreiben und dem fremden „falschen“ ein eigenes „richtig“ entgegen zu stellen.
Ausgehend von Filmbeispielen werden im Workshop Formen und Aktionen der Kommunikationsguerilla gemeinsam zusammengetragen und erläutert, theoretische Hintergründe beleuchtet und Möglichkeiten für den Einsatz dieser Strategie diskutiert.
Dabei darf ausgiebig und auch mit Schadenfreude gelacht werden!

• Do., 12. April: Ein „Platz an der Sonne“ – Deutscher Kolonialismus und seine Nachwirkungen.

Häufig wird vergessen das Deutschland auch einmal Kolonialmacht war. In der öffentlichen Wahrnehmung ist kaum bekannt das Deutschland von 1884 bis 1918 als „Schutzgebiete“ bezeichnete Kolonien in Afrika, im Pazifikraum und in Ostasien besaß. Gegen ihren Willen kamen mehrere Millionen Menschen unter die Herrschaft des deutschen Kaiserreiches. Immer wieder rebellierten sie dagegen und ihre Aufstände wurden von deutsche Truppen blutig niedergeschlagen. Insgesamt kostete die deutsche Kolonialherrschaft mehrere hunderttausend Menschen das Leben.
Im Vortrag soll dargestellt werden wie sich der Kolonialismus herausbildete bzw. was das überhaupt ist und wie die koloniale Expansion begründet wurde. Es soll gezeigt werden wie sich der Kolonialismus auf die Unterdrückten auswirkte und in der Rückwirkung auch die Kultur und Politik des kolonialen „Mutterlandes“ beeinflußte. Mit dem Verlust der Kolonien 1918 endete aber nicht der Kolonialismus in Deutschland. Die Auswirkungen der Kolonial-Ära, z.B. auf den Rassismus, prägen auch die postkoloniale Zeit und das bis heute.
Mit Lucius Teidelbaum.

Do., 10. Mai 2012: Wer weiß, was Du letzten Sommer getan hast?
Einführungsworkshop in die Überwachungsproblematik

Was verbirgt sich hinter Begriffen wie Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung, Nacktscanner oder RFID? Häufig geistern diese und weitere Begriffe durch die Medien. Was steckt dahinter? Naht der Überwachungsstaat oder schützt uns die zunehmende Überwachung tatsächlich vor Terroristen? Haben wir wirklich nichts zu befürchten, wenn der Staat immer mehr über uns weiß? Wissen nicht facebook und google längst alles über uns? Und woher eigentlich?
Nach einer allgemeinen Einführung in die Überwachungsproblematik werden die Überwachungstechniken von Staat und privaten Akteuren vorgestellt. Dabei werden auch die Wirkungen der Überwachung thematisiert.
Moritz Tremmel – www.moritztremmel.de

So., 13. Mai 2012: Fahrt zum ehemaligen KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen.

Nur etwa 15 km von Tübingen entfernt, zwischen Hailfigen und Tailfingen gab es im Winter 1944/45 ein KZ-Außenlager. Dort mussten 600 jüdische KZ-Häftlinge unter schrecklichen Bedingungen einen Nachtjäger-Flugplatz ausbauen. Viele von ihnen starben an den schlechten Bedingungen, den Misshandlungen der Wachen oder durch Erschießungen.
Erst seit zwei Jahren erinnert ein Mahnmal und ein Dokumentationszentrum an die Opfer des Lagers und auch heute noch gibt es Widerstände gegen das Erinnern.
Wir treffen uns um 13:30 am Epplehaus oder um 14:00 am Rathaus in Gäufelden-Tailfingen.
Wir fahren mit privaten PKWs dort hin. Wer gerne mitfahren möchte oder Plätze frei hat, meldet sich bitte unter input-tuebingen@gmx.de
Optional: 17 Uhr Mahnmal Hailfingen/Tailfingen: Erinnerungs-Lesung. Porträts aus dem Gedenkbuch, Gedichte und Jiddische Lieder.

Do., 14. Juni 2012: Vortrag zur Wirtschafts- und Schuldenkrise in Europa.

Europa rutscht täglich tiefer in die Krise – trotz immer neuer Rettungs- und Sparprogramme. Angela Merkel und die Bildzeitung sind sich einig in der Erklärung der Krise: „Die faulen Griechen“ sind schuld. Solche Erklärungen bedienen nationalistische Ressentiments – eine fundierte Analyse der Wirtschafts- und Schuldenkrise in Europa, die längst auch Spanien, Portugal, Irland und auch Italien erfasst hat, bieten sie nicht. Ansätze zu einer solchen Analyse sollen in der Abendveranstaltung vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Zugleich soll die Protestbewegung zum Thema gemacht werden, die sich in ganz Europa gegen Sparprogramme und Arbeitslosigkeit organisiert hat – und die Frage, welches Veränderungspotential sie besitzt.

Do., 12. Juli 2012 / 19 Uhr : MonoPoly: Monogamie-Norm und Polyamorie.

„Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende …“ Das selbstverständlich zu zweit und in aller Regel auch heterosexuell. Doch auch wenn das Modell der monogamen Zweierbeziehung weit verbreitet ist und als Norm gilt, gibt es auch Menschen, die andere Beziehungskonzepte leben. In dem Workshop soll es eine Einführung in Polyamorie, einem Beziehungsgeflecht, in dem mehrere (Liebes-)Beziehungen verantwortungsvoll, ehrlich und offen nebeneinander gelebt werden, geben. Anschließend gibt es Raum für Diskussion und Auseinandersetzung ohne ein Beziehungskonzept als „das richtige“ zu propagieren.

Do., 13. September 2012 / 19 Uhr: „Graue Wölfe“

Im Zentrum der Mythologie der türkischen extremen Rechten steht der Wolf. Er taucht als Symbol bei allen auf, die weiterhin von der militärischen Macht und Größe eines Großtürkischen Reiches träumen: In Grußformen, Symbolen, Bildern. Nach ihm ist auch die bedeutendste rechtsextreme Organisation benannt, die hierzulande aktiv ist: Die „Grauen Wölfe“.
Der Vortrag soll einen Überblick über die Ideologie, die Aktivitäten, die Größe und Relevanz der Grauen Wölfe und ähnlicher Organisationen, wie bspw. den „Idealistenvereinen“, geben. Wo liegen die Wurzeln des türkischen Rechtsextremismus? Was ist „Turanismus“? Wer ist die „MHP“ und wieso hat sie die SA zum Vorbild? Wie stark sind die Grauen Wölfe in migrantischen Jugendkulturen verankert? Wie sieht es mit Gegenbewegungen innerhalb der türkischen und insbesondere kurdischen Communities aus? Wie ist das Verhältnis und die Kritik von deutschen Linken als Mehrheitsangehörigen und Migranten als Minderheit zu bewerten? Außerdem soll die Situation in der Region näher betrachtet werden und über mögliche Gegenstrategien diskutiert werden.

Do., 11. Oktober 2012 / 19 Uhr: Freie Radios und sog. Gegenöffentlichkeit
„We want the airwaves back!“. Freie Radios und die so genannte Gegenöffentlichkeit.

Die Geschichte der modernen Demokratie ist untrennbar mit dem Begriff der Öffentlichkeit verbunden, hier sollen die Themen gefunden und
diskutiert werden, über die dann die Politik entscheidet. Diese Idealvorstellung von Öffentlichkeit setzt unabhängige Medien voraus. Die Geschichte der Demokratie zeigt uns jedoch, dass Prozesse der Zentralisierung und Privatisierung der Medien diesem Ideal entgegen wirken. Das wiederum bringt Gegenöffentlichkeit als Ausgleichsmechanismus ins Spiel.
Freie Radios sind unabhängige, offene Sendeanstalten. Sie sind kollektiv organisiert, nicht auf Profit ausgerichtet und lehnen die Finanzierung
durch kommerzielle Werbung ab. Ihr politisch-journalistischer Ansatz basiert auf dem Konzept der Gegenöffentlichkeit.Allein in
Baden-Württemberg sind mittlerweile acht Freie Radios lizenziert. Der Weg dorthin war steinig aber auch sehr spannend.
Ein wichtiger Bestandteil von Freien Radios bezüglich ihrer Funktion als Organ einer linken Gegenöffentlichkeit sind die Info-Politik-Redaktionen. In Tübingen ist das die „Inforedaktion“ – Ursprungsname: „Lauschangriff“. Eine der ältesten und größten Redaktionen der Wüsten-Welle, mit dem Anspruch an technische / formale Standards wie in professionellen Radios, aber vom Inhalt her klar Links(radikal).

Do., 25. Oktober / 18 Uhr: TKKG: Jung-Detektive für Recht und Ordnung

Ganze Generationen wuchsen mit dem Jugend-Quartett Tim/Tarzan (T), Karl (K), Klößchen (K) bzw. Willi und Gabi (G) auf. Am Beispiel des weit verbreiteten Jugendhörspiels TKKG soll eine Kritik konservativer Normen, Stereotype und Ressentiments vollzogen werden. Welche Weltbilder werden durch TKKG in die Kinderzimmer der Bundesrepublik transportiert? Warum muss Gabi nach zehn immer zu Hause bleiben? Immerhin sollen insgesamt fast 30 Millionen Kassetten und CDs über den Ladentisch gegangen sein.
Ein Vortrag nicht nur für Fans und Kritiker der Serie. Mit Audio-Beispielen!
Referent: Lucius Teidelbaum, sammelte zusammen mit seiner Schwester noch Jahre nach seiner Kindheit aus nostalgischen Gründen TKKG-Kassetten auf Flohmärkten zusammen.
Artikel Kontext Wochenzeitung

Mi. 7.11.12 / 20 Uhr: Lesung „Kaltland“
Diesmal: Infoladen, Schellingstr. 6

Die Brandanschläge in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen haben sich als Horrorszenarien eines neuen Rassismus nach der Wende in unser
kollektives Gedächtnis eingebrannt. Umso bemerkenswerter ist es, dass in den zahllosen Wenderomanen weder die Opfer eine klare Stimme erhalten noch die Neonazis und Skinheads eine Rolle spielen. „Kaltland“ ist ein Versuch, diese Leerstelle zu schließen.
Mit Manja Präkels und Markus Liske möchten wir zwei der drei HerausgeberInnen von „Kaltland“ zu einer Lesung und einem Gespräch einladen.
In Kooperation mit Infoladen, AMP, Stipendiatengruppe Tübingen der Hans-Böckler-Stiftung, Ver.di Medien u.a.

Do., 8. November 2012 / 19 Uhr: Kapitalismuskritik
„Alle reden vom Kapitalismus. Oder auch nicht.“

Kritik am Kapitalismus gehört zum Links-Sein. Doch meist wird entweder gar nicht konkret darüber gesprochen, was denn genau „Kapitalismus“ ist
und was daran schlecht ist, oder es wird so abstrakt und theoretisch und schwer nachvollziehbar gesprochen, dass auch nicht viel rüberkommt. Wir wollen im Workshop den Versuch wagen, mal in einfachen Worten über „Kapitalismus“ zu sprechen. Darüber, was die Prinzipien und Eigenschaften sind, nach denen kapitalistisches Wirtschaften und Leben organisiert sind. Und wir wollen das nicht als Vortrag machen, sondern gemeinsam mit Euch überlegen, wie wir alle Kapitalismus erleben und was wir als Kapitalismus erleben. Dafür muss niemand Marx zitieren können – und das bringt auch keine Extra-Punkte in diesem Workshop.

Do., 13. Dezember 2012: Bewegunggeschichte: Versuche profeministischer Männerorganisierung in den 80er Jahren
In den 80er Jahren trugen Feministinnen ihre Analysen und Praxisansätze verstärkt in die linksradikalen Gruppen und in den autonomen „Szenealltag“ hinein. Die patriarchalen gesellschaftlichen Gewaltverhältnisse wurden damit nicht nur zum politischen Kampfterrain, sondern das scheinbar Private der persönlichen und Liebesbeziehungen wurde politisch und die patriarchalen Grundstrukturen in den eigenen Gruppen und Zusammenhängen wurden von Frauen zum Thema gemacht und bekämpft. Das hatte Auswirkungen für und bei Männer(n), die sich der Forderung der Frauen nach eigenständiger Auseinandersetzung kaum entziehen konnten, aber auch zumindest in Teilen einen eigenen Antrieb zur Reflexion ihrer Geschlechterrolle und -Sozialisation entwickelten. In der Folge entstanden analog zu den fast überall bestehenden eigenständigen autonomen Frauengruppen/plena auch eigenständige Organisisierungsversuche von Männern. Über diese Gehversuche und mögliche Schlüsse aus den gemachten Erfahrungen möchten wir diskutieren.


2013

Comics und Politik: Mit Sprechblasen zur besseren Welt?
Do., 14.02.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Comics werden in Deutschland traditionell gering geschätzt. Neuerdings werden in den Feuilletons der bürgerlichen Presse zwar die so genannten „Graphic Novels“ gewürdigt, aber alles übrige gilt generell als Kinder- und Jugendliteratur. Wer als Erwachsener in der Öffentlichkeit Comics
liest, wird nicht selten mit mitleidigen Blicken bedacht.
Dabei ist die Genre-Vielfalt bei Comics kaum geringer als bei Büchern. Dass sich Comics immerhin bei Jugendlichen einiger Beliebtheit erfreuen haben auch derart reaktionäre Gruppen wie NPD oder der Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ bemerkt und produzieren Sprechblasen-Kunst für ihre ganz eigenen Zwecke. Selbst die Nazi-Mördertruppe von der NSU adaptierte für ihren Bekenner-DVD die Comicfigur des Paulchen Panther.
Comics mit linker und sozialkritischer Tendenz gibt es dagegen schon länger. Doch wie sieht es eigentlich im Comic-Mainstream aus? Welche Frauenbilder werden hier vermittelt? Gibt es Rassismus in normalen Comics? Werden queere Identitäten abgebildet? Welche Geschichtsbilder werden durch Comics vermittelt? Welche Chancen bieten Comics zur Vermittlung politischer Inhalte?
Der Referent, ein bekennender Comic-Liebhaber, nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch das Comic-Universum aus kritisch-politischer Perspektive.

Erziehung zur Unmüdigkeit – Über die Schule
Do., 14.03.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

„Wissen ist Macht“ sagen manche Leute und der Erwerb von Wissen in der Schule scheint auch etwas mit Macht zu tun zu haben. Jede/r,
der/die schon einmal die Schule besucht hat, weiß, dass man dort gezwungenermaßen viel Unangenehmes auf sich nehmen muss: Hingehen, auch wenn man keine Lust darauf hat, möglicherweise auch mit Menschen, auf die man keine Lust hat, auf Freizeit verzichten, Schulstress aushalten, sich mit Sachen zu beschäftigen, die einen nicht interessieren und anderes mehr. Warum Lernen und Lehren in der Schule so stressig sind und warum diese so oft ihre unfreundlichen Seiten zeigt – darum soll es in der Veranstaltung gehen.

„If I had a hammer, I´d smash patriarchy“ – Workshop zum Thema (Anti-)Sexismus
Do., 11.4.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Warum sitzen eigentlich an der Kasse bei Aldi fast nur Frauen? Warum wird von Jungs meist erwartet, von Technik eine Ahnung zu haben? Und warum pfeifen Bauarbeiter immer nur den Mädchen hinterher? Sexismus begegnet uns nicht nur in Videos von Sido und Konsorten, sondern regelmäßig in unserer alltäglichen Umgebung, oft ohne dass es uns bewusst ist. In dem Workshop wollen wir uns an Hand einiger Beispiele dem Thema „Sexismus“ annähern und der Frage nachgehen, warum die Abschaffung des sogenannte „Patriarchats“ nicht nur für Mädchen und Frauen wünschenswert ist, sondern auch Jungs und Männer davon profitieren würden.

Geschlechterbilder und Schönheitsideale in der Werbung
Do., 09.5.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

„Arctic Power für Ihn – Glamourous Moments für Sie.
Der WowWee 8425 ROBOROVER für Mäxchen – das My Little Pony Hochzeitsschloss für Lenchen.
Vati fährt Auto – Mutti macht die Wäsche.
In Werbespots ist die Welt und das Verhältnis zwischen Männern und Frauen noch in Ordnung und für jedes Problem gibt es eine Lösung zu kaufen.
Welchen Stellenwert hat Werbung in unserer Gesellschaft und in der Medienlandschaft? Was macht Werbung mit unserer Vorstellung von Frauen und Männern? Dürfen wir das zulassen? Kann man sich diesem Einfluss entziehen?
Mit Beispielen für gegenderte Werbung und aktiven Methoden werden wir diesen und anderen Fragen auf den Grund gehen.“

INPUT Extra:
05.5.: Selbstverteidigungsworkshop für Mädchen* und Frauen* im Epplehaus Tübingen.
31.5.: Vortrag zu „Sexismus in Subkulturen“ beim New Direction Festival im JuHa Herrenberg (~16 Uhr)
01.6.: Vortrag und Workshop zum Thema Swingdance. Mit Tanzworkshop!! Auch beim New Direction Festival (13 Uhr)

Von der Erfindung der Unterentwicklung – die problematische (Bild-)Sprache der „Entwicklungshilfe“
Do., 11.06.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Nichtregierungsorganisationen für Entwicklungszusammenarbeit haben sich dem Kampf gegen globale materielle Ungleichheit verschrieben. Die Sprache und Bilder, die sie durch ihre Arbeit und ihre Spendenkampagnen verbreiten, fördern jedoch Vorstellungen, die die Welt in entwickelt und unterentwickelt aufteilen und an kolonialen Denkweisen anknüpfen. So werden auf einer anderen Ebene jene Ungleichheiten fortgeschrieben, die sie doch eigentlich bekämpfen wollen. Die Empfängerländer des Globalen Südens erscheinen als schwach, hilfsbedürftig, rückständig und unterentwickelt. Der Globale Norden hingegen als Hort von Fortschritt, Wissen und Knowhow der Entwicklung. Dabei bleibt das Ziel des Entwicklungsprozesses unhinterfragt. Wie selbstverständlich gelten Lebensstandard, Werte und Produktionsweisen des Globalen Nordens als Maßstab, dem andere Länder nacheifern müssen – assistiert durch „Entwicklungshilfe“!?
Mit www.schwarzweiss-hd.de.

PorNo – PornYes – PornJein?
Do., 12.09.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

In dem Workshop soll es darum gehen, was an Mainstreamporno nervt, was anders sein könnte und was eigentlich ein queerfeministischer Porno ist. Nach einer kurzen theoretischen Einführung zu pornNO und PROporn, sollen unter anderem folgende Fragen diskutiert werden: Sind Pornos per se frauenfeindlich? Oder steckt in ihnen gar ein emanzipatorisches Potential? Welche Kriterien müsste ein Porno erfüllen, um ihn guten Gewissens schauen zu können? Ist links-sein und Pornos konsumieren ein Widerspruch? Gibt es da einen Unterschied zwischen Männern* und Frauen*? Und was hat das Ganze mit sex-positive zu tun?
Triggerwarnung: In dem Workshop werden zwar keine Filmausschnitte aus Pornos gezeigt, es wird jedoch in einem geschlechtsheterogenen Raum explizit über Sexualität gesprochen.

Warum der „Verfassungsschutz“ abgeschafft gehört
Do., 17.10.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

„Verfassungsschutz“ nennen sich die Inlandgeheimdienste der Länder und des Bundes in Deutschland. Dieser „Verfassungsschutz“ (VS) schützt aber weniger die Verfassung, sondern verstößt um so mehr gegen sie, besonders gegen die Grund- und Freiheitsrechte. Spätestens mit Aufdeckung der NSU-Mordserie und der Erkenntnis, dass die drei Untergetauchten geradezu umzingelt von V-Leuten waren, nimmt die Kritik am VS wieder zu. Doch trotz der öffentlichen Kritik ist das Wissen über Deutschlands Inlandsgeheimdienste, seine Umtriebe und seine früheren Skandale oft recht begrenzt. Im Vortrag soll geklärt werden, was überhaupt der VS ist und gegen wen er agiert. Auch soll gezeigt werden, wie die umstrittene Extremismus-Theorie die Leitlinie des VS bestimmt und warum der VS auf dem rechten Auge mindestens unter einer bedenklichen Sehschwäche leidet. Die Auswirkungen des V-Mann/-Frau-Systems auf die deutsche Neonazi-Szene und das gescheiterte NPD-Verbotsverfahren sollen ebenso aufgezeigt werden.
Wenig bekannt ist zudem, dass der VS versucht sich in den letzten Jahren die Zivilgesellschaft einzuschleichen und wo er das tut.
Es soll in dem Vortrag gezeigt werden, warum der „Verfassungsschutz“, wie jeder andere Geheimdienst auch, auf den Müllhaufen der Geschichte gehört.
Im Anschluss soll es Zeit und Raum für Fragen, Diskussion und Kritik geben.

Die deutsche, Linke und der Nahostkonflikt
Do., 14.11.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Die De­bat­te um das Thema „Die Linke und der Nah­ost­kon­flikt“ er­hitzt seit Jah­ren die deut­schen Ge­mü­ter. In der Dis­kus­si­on wird immer wie­der auf „ty­pisch deut­sche“ Be­din­gun­gen, Ideen und nicht zu­letzt Ver­drän­gun­gen der Ver­gan­gen­heit ver­wie­sen.
Doch diese Nach­wir­kun­gen der deut­schen Ge­schichte haben pa­ra­do­xe Fol­gen: sie pro­du­zie­ren ei­ner­seits ex­tre­me Iden­ti­fi­ka­tio­nen mit den nahöst­lichen Kon­flikt­par­tei­en (Is­rae­lis oder Pa­läs­ti­nen­sern) und damit eine ag­gres­si­ve in­ner­lin­ke Aus­einandersetzung.
An­de­rer­seits stellt die­ser kon­flikt­haf­te deut­sche Dis­kurs den Aus­gangs­punkt für einen kol­lek­ti­ven Lern­pro­zess und damit für eine ver­gleichs­wei­se kom­ple­xe Wahr­neh­mung des is­raelisch-palästinensischen Kon­flikts dar.

Leseabend
Do., 12.12.2013 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Im Dezember veranstaltet Input keinen Vortrag, sondern einen Leseabend. Geboten wird neben Tee, Glühwein, Keksen und Kerzen ein Text, den wir zusammen lesen und diskutieren wollen. Der Text beschäftigt sich ganz allgemein mit dem Sexismus in der Welt und speziell mit Sexismus in der linken Szene. Wer ihn schon im Voraus lesen will, findet den Text hier ( http://frauenreferatkoeln.blogsport.de/images/sexismusundlinkeszene.pdf). Wir freuen uns über jedeN der oder die kommt!

2014

Klassismus & Bildungsbenachteiligung
Do., 09.01.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Klassismus bezeichnet die individuelle, institutionelle und kulturelle Diskriminierung und Unterdrückung aufgrund des tatsächlichen, vermuteten oder zugeschriebenen sozial- oder bildungspolitischen Status´. Menschen in Armutsverhältnissen wird zum Beispiel gewalttätiges Verhalten oder Alkoholismus stereotyp unterstellt und medial inszeniert, obwohl diese Phänomene klassenübergreifend gleichermaßen vorkommen. Der Begriff Klassismus beschreibt die Erfahrung persönlicher Diskriminierung von Menschen als gesellschaftliches, strukturelles Problem. Wie sich diese Ungleichheit im Bildungssystem niederschlägt, Türen öffnet und vor allem versperrt wird uns von Andreas Kemper (Publizist und Soziologe) in seinem Vortrag zu Klassizismus und Bildungsbenachteiligung dargelegt.

Menschenrechtsbeobachtung in zapatistischen Gemeinden in Südmexiko
Do., 13.02.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Der Aufbruch der zapatistischen Bewegung in Südmexiko, der mit dem bewaffneten Aufstand vor 20 Jahren begann, war für viele Linke ein Hoffnungsschimmer. Er machte wieder deutlich, dass eine radikale Rebellion möglich war. Nachdem am 01.01.1994 die vermummten Kämpferinnen und Kämpfer der zapatistischen Guerilla EZLN mehrere große Städte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas besetzt hatten, schlug die Staatsmacht mit aller Gewalt zurück. Ein großer Teil des mexikanischen Militärs wurde in Chiapas stationiert, außerdem wurden paramilitärische
Einheiten aufgebaut um den Aufstand niederzuschlagen. Um dem eine zivile Strategie entgegen zu setzen wurden von den zapatistischen Gemeinden internationale Menschenrechtsbeobachtung erbeten, um die alltägliche Gewalt der Militärs und Paramilitärs zu dokumentieren, öffentlich zu machen und dadurch einzudämmen. Der Referent war selbst als Menschenrechtsbeobachter in zapatistischen Gemeinden unterwegs und wird von seinen Erfahrungen berichten.

Alternative für Deutschlands RechtspopulistInnen?
Do., 20.03.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Die Europawahlen am 25. Mai 2014 stehen unter dem Eindruck einer Wirtschaftskrise. Prognosen lassen einen Stimmgewinn extrem rechter und europakritischer Parteien befürchten. In Deutschland gilt die „Alternative für Deutschland“ (AfD) in den Augen vieler als die deutsche ‚Anti-Europa-Partei‘. Kritiker/innen sehen deswegen in der AfD das deutsche Pendant des derzeit europaweit erfolgreichen Rechtspopulismus. Doch scheint die AfD sich noch in einer Selbstfindungsphase zu befinden und das vorläufige Programm ist noch sehr dünn. Für was steht also die AfD? Wie ist sie entstanden? Wo liegt das rechtspopulistische Potenzial und damit die Gefahren der AfD? Gibt es neben nationalistischen und rechten noch weitere Positionen der AfD, die zu kritisieren sind? Darüber und weitere Fragen wird der Lucius Teidelbaum referieren. Im Anschluss wird es noch Zeit für Fragen, Kritik und Diskussion geben.

Fußball, mehr als nur Sport ?!
Do., 10.04.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Geschichte und politische Dimension des Rasenballsportes in Deutschland:
Der Spruch „Fußball ist unser Leben“ zeigt eindrücklich die Bedeutung dieses Sportes in der heutigen Gesellschaft auf. Nicht nur das Wochenende vieler Menschen wird durch Fußball geprägt, auch
im Alltag ist Fußball u.a. durch Werbung, Nachrichten oder den Sportteil der Tageszeitung mehr als nur präsent, er ist allgegenwärtig.
In der Veranstaltung soll es darum gehen, welche Geschichte der Fußball in Deutschland in den letzten 150 Jahren gespielt hat. Zum einen wird es einen historischen Rückgriff von der Zeit des Kaiserreichs bis zum Nationalsozialismus mit Focus auf die Geschichte des DFBs geben. Zum anderen soll die kritische Auseinandersetzung mit Fans und Ultras im Allgemeinen, und ihrem scheinbaren agieren gegen kulturindustrielle (Unter-)Ordnung des Fußball in der Totalität der kapitalistischen Verwertungslogik im Besonderen, Bestandteil der Veranstaltung sein.
Dabei soll sich der Frage gewidmet werden, warum gerade im Fußball gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit scheinbar zur Normalität gehört, warum sich in der Masse von Fans eine Stimmung entwickeln kann, in der jede Hemmung des Alltags abgeschüttelt wird und was das alles mit der Geschichte und den gesellschaftlichen Implikationen des Rasenballsportes zu tun hat.
Der Referent Thadeus Mainka ist Lehrbeauftragter an der TU Braunschweig und hält Lehrveranstaltungen zu den Themen Fußball in der Moderne und Antisemitismustheorie der Frankfurter Schule.

Tag der Befreiung Tübingens vom Nationalsozialismus
Sa., 19.04.2014 | 20 h @ Epp­le­haus (Keller) Tü­bin­gen, Karl­str. 13

An diesem Tag 1945 marschierte die französische Armee in Tübingen ein. Was davor und danach so alles passiert ist wird uns in einem interessanten Vortrag näher gebracht. Danach wird es noch gemischte Musik von verschiedenen DJs geben um den Tag gebührend zu feiern.
Davor wird es Mittags einen antifaschistischen Stadtrundgang durch Tübingen geben. Der Treffpunkt ist um 14.00 Uhr am Epplehaus.
Bei diesem Stadtrundgang besichtigen wir verschiedene Orte in Tübingen, die in der Geschichte der rechtsradikalen Bewegung aber auch für aktuelle rechte Tendenzen von Bedeutung sind bzw. waren. Auch die Orte von antifaschistischer Gegenwehr sollen dabei nicht vergessen werden.
Dabei wird mit Hilfe historischer Zitate versucht, ein Gefühl von Authentizität zu vermitteln. Es sollen vor allem die Täter-Orte mit ihrer Geschichte, aber auch Opfer-Orte und Orte des Widerstandes vorgestellt werden.

Fußball und Kulturindustrie
Do., 08.05.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Sportliche Großveranstaltungen heute, seien es nun Fußball-Meisterschaften, Internationale Leichtathletik-Meetings oder Olympische Spiele, sind kulturindustrielle Spektakel. Sie werden verwendet, um öffentliche, patriotisch konnotierte Begeisterung herzustellen, die freilich streng kontrolliert und überwacht ausgelebt werden soll. All das geschieht kommerziell und medial vermittelt und nicht mehr vorwiegend staatlich verordnet. Der Vortrag stimmt in kritischer Perspektive auf die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ein und zeigt, welche gesellschaftlichen und politischen Probleme mit kulturindustriellen Großereignissen verbunden sind.
Zur Person: Torsten Heinemann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialwissenschaften und am Institut für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuvor studierte er in Soziologie, Politikwissenschaft und Sozialpsychologie in Frankfurt am Main und wurde ebendort mit einer kultur- und Wissenssoziologischen Arbeit zur Popularität der Hirnforschung promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Soziologischen und insbesondere der Kritischen Theorie, Kultur- und Wissenssoziologie sowie der Wissenschaftsforschung.

Fußball und Sexismus
Do., 10.07.2014 | 19 h @ Wohnprojekt Schellingstraße,Tü­bin­gen, Schellingstraße 6

Längst ist Fußball keine reine Männersache mehr – aber die Fankultur ist immer noch männlich dominiert. Almut Sülzle rekonstruiert die männliche Grammatik im Fanblock und porträtiert weibliche Fans, die einen gleichberechtigten Platz innerhalb der männlich geprägten Fankultur einfordern und dabei Sexismen ironisieren. Der ethnographische Blick auf die Welt des Fußballs verwandelt diese in einen Gegenstand kritischer Wissenschaft und zeigt die Fanszene Ort an dem traditionelle Rollenklischees über Bord geworfen werden können.
Vortrag und Lesung aus dem Buch Fußball, Frauen, Männlichkeiten
Almut Sülzle arbeitet als wissenschaftliche Angestellte im Berliner Archiv der
Jugendkulturen.

INPUT: basic: >Fußball und Nationalismus
Do., 11.09.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

„Partyotismus“ ist „schwarz-rot-geil“! So oder so ähnlich einigt sich seit der Männer-Fußball-WM 2006 in Deutschland nicht nur der mediale, sondern mehrheitlich auch die öffentliche Darstellung von Nationalismus rund um deutschen Fußball. Schnell ist die Rede vom multikulturellen Gesicht der deutschen Männer-Elf um Özil und Khedira, im TV werden gern People of Color/Migrierte und ihre Nachfahren in Deutschlandfarben zu ihrem fröhlichen Patriotismus befragt. Also alles top?
An diesem kurzweiligen Abend vertritt Gerd Dembowski u.a. die These, dass sich zu den aggressiven Formen von Nationalismus lediglich eine sanfte Spielart hinzugesellt hat. Dass aggressiver Nationalismus weiterhin hervortritt und auf ihn zurückgegriffen werden kann, deuten entsprechende Vorfälle nicht nur rund um die Fanmeilen an.
Dembowski analysiert, wie Fußball und deutscher Nationalismus wechselwirksam zu entsprechenden Reartikulationen von Nationalismus in anderen Bereichen der Gesellschaft sich verhält. Er beschreibt, wie und warum das ‚Wir‘ und ‚Die Anderen‘ sich ständig neue Konstruktionen sucht, ohne sich dabei aufzulösen.
Gerd Dembowski (*1972) arbeitet als Soziologe in der Kompetenzgruppe Fankulturen (KoFaS) am Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover und ist Mitgleid der AG Vielfalt des DFB (http://www.sportwiss.uni-hannover.de/gerd_dembowski.html)

„… ist ja voll behindert!“ – Work­shop zum Thema Be­hin­der­ten­feind­lich­keit
Do., 09.10.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Re­ak­tio­nen auf Men­schen mit „Be­hin­de­run­gen“ fal­len recht un­ter­schied­lich aus. Zum Bei­spiel: An­star­ren, Dis­tanz­lo­sig­keit oder über­trie­be­ne Hilfs­an­ge­bo­te, aber auch Aus­la­chen, blöde Sprü­che oder Ge­walt. Das Ver­hal­ten ge­gen­über Men­schen mit „Be­hin­de­rung“ ist alles, nur nicht „nor­mal“. Es scheint fast so, als hätte die Ge­sell­schaft eine „Be­hin­de­rung“ mit „Be­hin­de­rung“ um­zu­ge­hen und das nicht erst seit ges­tern. In dem Work­shop wer­den wir uns dem Thema an Hand von ei­ni­gen aus­ge­wähl­ten Bei­spie­len aus Ge­schich­te und Ge­gen­wart nä­hern und Mög­lich­kei­ten dis­ku­tie­ren, in un­se­rem All­tag aktiv zu wer­den.

„…komm heraus und kämpf‘ allein“ – Was ist israelbezogener Antisemitismus?
Betrachtungen nach den judenfeindlichen Hasskundgebungen des letzten Sommers
Do., 13.11.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Wie wenig Antizionismus von Antisemitismus trennt, wurde selten so deutlich wie während der antiisraelischen Massenaufmärsche dieses Sommers, die in Sprechchören „Tod den Juden!“ forderten. Die selbstgerechte deutsche Mehrheitsgesellschaft wusste sofort, dass der Antisemitismus lediglich durch „die Türken“ bzw. „den Islam“ importiert ist. Schließlich, davon bleibt sie felsenfest überzeugt, hat sie aus der Shoah mehr gelernt als die Juden, weshalb ihre mit Hingabe gepflegte „Israelkritik“ nie und nimmer irgend etwas mit Antisemitismus zu tun haben kann. Diese Gewissheit gehört auch zu den Basics einer pseudokritischen Linken, die viel mehr Mainstream ist, als sie glaubt. Doch wer eben noch in „internationalistischer Solidarität“ zusammen mit offenen Hamas-Fans gegen Israel demonstriert hatte, bekam nun ein faustdickes Problem. Wie um alles in der Welt sollte man sich von den Propagandisten des Judenmords abgrenzen? Heraus kamen Verschwörungsphantasien und skurrile Statements, die weniger überzeugend ausfielen denn je. In welcher Situation befinden sich Juden und der jüdische Staat und warum befördert den Antisemitismus, wer „gegen den Zionismus“ demonstriert?
Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. für konkret, Jungle World

Religionskritik
Do., 11.12.2014 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Immer weniger Menschen orientieren ihr Leben an einer Religion. Aber wir müssen nicht auf die Miliz „Islamischer Staat“ schauen, um zu erkennen, dass starke religiöse Kräfte bemüht sind, ihre gesellschaftlichen Vorstellungen allen aufzuzwingen. Als in Frankreich das Gesetz über gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingebracht wurde, mobilisierten katholische Organisationen Zehntausende, um für die weitere Diskriminierung von Homosexuellen zu
demonstrieren. Die Kritik der Religion – für Marx die Voraussetzung aller Kritik – ist also nach wie vor aktuell.
Gunnar Schedel betont die Notwendigkeit von Religionskritik im 21. Jahrhundert. Er erläutert zentrale Kritikpunkte an Religion und stellt Argumentationsmuster aufklärerischer Bewegungen vor. Im Hinblick auf die derzeitige Debatte über Islam in Deutschland vollzieht er eine Abgrenzung gegenüber einem als Religionskritik maskierten Rassismus.
Eine Veranstaltung des Anarchistischen Netzwerks Tübingen und INPUT Tübingen

PEGIDA – die neue deutsche Welle auf der Straße
Do., 12.02.2015 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Unter dem seltsam anmutenden Namen „Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) gehen seit Ende Oktober 2014 in Dresden Menschen gegen Flüchtlinge, „den Islam“ und die „Lügenpresse“ auf die Straße. Aus hunderten wurden tausende und von Dresden aus verbreitete sich die rassistische Bewegung über die ganze Bundesrepublik. Spiegel-Online schrieb: „Pegida vereint sie alle: die Frustrierten, die Ängstlichen, die Wütenden.“
Doch was genau steckt hinter dieser „Versammlung der verängstigten Deutschen“ (Michael Bartsch)?
Lucius Teidelbaum wird die Entwicklung der PEGIDA-Bewegung nachzeichnen, die Organisator/innen und ihre Hintergründe benenne, sowie eine Analyse wagen. Es wird im Anschluss auch ausreichend Raum für Fragen und Diskussion geben.

Breakthrough – Zur Kritik der Knastgesellschaft
Do., 12.03.2015 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Wenn in der (radikalen) Linken über Staat und Recht diskutiert wird, wird oft ausschließlich der repressive Charakter des bürgerlichen Staates betrachtet und kritisiert. Eine grundsätzliche Reflexion über Staat, Recht und Knast in der bürgerlichen Gesellschaft findet hingegen selten statt. Der Staat wird hierbei hauptsächlich als „Instrument“ (der Herrschenden) zur Niederhaltung der eigenen politischen Bestrebungen betrachtet. Staats-, Rechts-, und Knastkritik darf unserer Meinung nach jedoch nicht erst dort anfangen, wo mal wieder eine Demonstration von Polizist*innen niedergeknüppelt, Hausdurchsuchungen gegen Antifaschist*innen stattfinden oder linke Aktivist*innen für Aktionen in den Knast müssen.
Wir wollen zeigen, warum für uns die Kritik an Staat, Recht und Gefängnis in eine grundsätzliche Gesellschaftskritik eingebettet gehört.
Leitfragen die uns dabei bewegen sind:
Woher kommt eigentlich das Recht? Und warum wird es von den meisten Leuten befolgt? Welche Rolle spielen Gefängnisse in unserer Gesellschaft? Und was hat der Kapitalismus mit all dem zu tun?

Was bedeutet „bürgerlich“?
Do., 09.04.2015 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

Wenige linke Diskussionen kommen, auch heutzutage noch, ohne diesen Begriff aus. Irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem eine Person oder Meinung als „bürgerlich“ bezeichnet.
Doch was was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Und lässt er sich verstehen ohne die gesammelten Werke von Marx zu lesen? Dieser Aufgabe wollen wir uns in einem Workshop stellen.

Schule und soziale Ungleichheit
Do., 14.05.2015 | 19 h @ Epp­le­haus Tü­bin­gen, Karl­str. 13

(Schul-)Bildung gilt als notwendig und wird häufig als Mittel zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit dargestellt. Alle haben gleiche Chancen und jede/r kann es es schaffen, wenn er/sie sich nur genug Mühe gibt – so jedenfalls lautet der Mythos der Chancengleichheit – und nicht Wenige glauben fest daran. Was in der Schule gelernt wird, soll auf das Leben vorbereiten, bilden und die Lernenden befähigen, aktiv an der Gesellschaft partizipieren zu können.
Manche haben vielleicht schon Situationen erlebt, in denen die Schule gar nicht so fair wirkte und das Gelernte kam einem reichlich unnütz vor. Das deutsche Schulsystem ist, das ist eigentlich schon lange klar, weit davon entfernt Chancengleichheit herzustellen und Teilhabe zu ermöglichen.
Was tatsächlich in der Schule passiert, wovon Bildungserfolge abhängen und warum sich der Mythos der Chancengleichheit so hartnäckig hält, soll Thema dieser Veranstaltung sein.

Meuten, Swings & Edelweißpiraten – Jugendkultur und Opposition im Nationalsozialismus
Sa. 13.06.2015 | 15h @New Direction Festival im Jugendhaus Herrenberg, Schießmauer 20

Ob Swingjugend, Edelweißpiraten, Meuten, Fahrtenstenze in Hamburg, Köln, Leipzig, Berlin, München und anderswo – überall in Deutschland gründeten sich zwischen 1933 und 1945 Jugendgruppen, die sich dem NS-Regime verweigerten und stattdessen ihre eigenen Subkulturen pflegten. Mit eigenem Dresscode, eigenen Liedern und eigener Freizeitgestaltung, autonom und selbstbestimmt. Dafür scheute man auch nicht die direkte Konfrontation mit der Hitlerjugend und drängte stellenweise sogar deren Einfluss zurück, mit Flugblättern, Anti-Nazi-Graffitis, Überfällen auf HJ-Heime – nicht nur in Großstädten, sondern auch in der Provinz.
Erstmalig bietet ein Buch eine breite Übersicht über oppositionelles bzw. Widerstandsverhalten von Jugendlichen während der NS-Zeit. Der Fokus liegt dabei auf selbstbestimmten, informellen Gruppen, die sich aufgrund persönlicher Sympathien sowie kultureller Vorlieben für Musik und Kleidung zusammengeschlossen haben. Demgegenüber wird die Entwicklung der Hitlerjugend aufgezeigt und ihr Scheitern an der Aufgabe, die gesamte deutsche Jugend zu führen.
Amerikanische Swing-Musik ließ zudem Mitte der 1930er-Jahre die erste Jugendkultur der Moderne in Deutschland entstehen – eine Keimzelle für alle folgenden Subkulturen des 20. Jahrhunderts. Wie es zu dieser Entwicklung kam, erklärt dieses Buch.
Sascha Lange hat für »Meuten, Swings & Edelweißpiraten« viele ehemalige subkulturelle Aktivistinnen und Aktivisten zu Interviews getroffen, Quellen und Archivmaterial ausgewertet und ein umfangreiches Bildarchiv angelegt. So ist das Buch Materialsammlung und Einführung in die ersten Jugendkulturen der Moderne zugleich, ein bildreiches Nachschlagewerk, das zeigt, wie und wo Jugendliche sich dem Zwang des Nationalsozialismus entzogen.